Sanierungsfall in 1300 Meter Höhe Die Riesenhütte im Chiemgau wird renoviert

Ein Bild aus besseren Zeiten: Die Riesenhütte gehört zu einem beliebten Ausflugsziel für Wanderer im Chiemgau. Foto: DAV

Für geschätzt mehr als zwei Millionen Euro wird die bewirtete Unterkunft renoviert.

 

Sie ist eines der Traumziele für Wanderer, Mountainbiker und Zamperl-Liebhaber gewesen: die ganzjährig bewirtschaftete Riesenhütte des Deutschen Alpenvereins (DAV) in den Chiemgauer Bergen, auf der sogar Hunde übernachten durften. Doch seit mittlerweile fast zwei Jahren rührt sich nichts mehr auf der Riesenhütte – und das wird vorerst auch so bleiben.

Gestern gab der DAV bekannt, dass er die auf gut 1300 Metern Höhe gelegene Hütte von Grund auf sanieren wird. Der früheste Wiedereröffnungstermin ist für das Jahr 2019 angesetzt.

Die Sanierungspläne: Wie hoch genau die Summe sein wird, die der DAV in die Hütte stecken muss, steht noch nicht fest. Geschätzt werden die Kosten auf rund 2,2 Millionen Euro. Ein Sprecher des DAV sagte auf AZ-Anfrage, dass sich die genaue Summe wohl erst im Laufe der Renovierungsarbeiten herauskristallisieren wird.

Die Sanierung stellt den Alpenverein vor eine große Herausforderung

Feststeht aber: Die Generalsanierung einer Berghütte in dieser Größenordnung mit Bewirtungs- und Übernachtungsbetrieb stellt die DAV-Sektion Oberland, zu der die Hütte gehört, vor große finanzielle Herausforderungen. Investiert werden muss vor allem in die Feuchtedämmung, den Brandschutz und die Elektrik, um die Alpen-Unterkunft wieder auf Vordermann zu bringen. Doch die Riesenhütte ist nicht die einzige Baustelle für den DAV. Auch andere Hütten müssen saniert werden. Deshalb muss für die Sanierung der Riesenhütte eine detaillierte Planung erstellt werden. Nur Stück für Stück kann die Finanzierung gestemmt werden, weshalb sich die Bauphase über vier Jahre erstrecken wird.

Das Hin und Her mit der Hütte: Lange Zeit war nicht klar, ob die beliebte Riesenhütte überhaupt erhalten werden kann. Als sich herausstellte, dass die Sanierungskosten in die Millionen gehen werden, wurde zunächst nach anderen Lösungen gesucht. Kurzzeitig war geplant, aus der bewirtschafteten Unterkunft eine Selbstversorgerhütte zu machen. Touristiker und Kommunalpolitiker der Region rund um Aschau am Chiemsee waren mit diesem Vorschlag jedoch nicht gerade glücklich. Der Grund: Die Riesenhütte ist ein wichtiger Versorgungspunkt etlicher beliebter Wanderrouten. Deshalb wurde nach einem Plan B gesucht. Der sah folgendermaßen aus: Die Hütte sollte bis zur vollständigen Sanierung zunächst provisorisch bewirtschaftet werden. Allerdings hätten auch für einen provisorischen Betrieb bereits 1,2 Millionen Euro investiert werden müssen, unter anderem in Brandschutz, Elektrik und Lebensmittelhygiene. Das war schließlich der ausschlaggebende Grund dafür, warum sich der DAV für eine vierjährige Schließung der Hütte und einer Komplett-Sanierung entschlossen hat.

 

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