Formel 1 in Abu Dhabi Vettel crasht beim Training - Bottas holt Bestzeit

Ist beim Training in Abu Dhabi mit seinem Ferrari in die Leitplanke gefahren: Sebastian Vettel verlässt nach dem Unfall die Piste. Foto: Luca Bruno/AP/dpa/dpa

In Kurve 19 passiert es. Sebastian Vettel kracht in die Leitplanke. Die Einstimmung auf das Formel-1-Finale in Abu Dhabi verläuft aber nicht nur für den Ferrari-Star alles andere als optimal. Mercedes gibt am ersten Trainingstag das Tempo vor.

 

Abu Dhabi - Ein Crash hat Sebastian Vettels Hoffnungen auf ein starkes Formel-1-Finale in Abu Dhabi einen Dämpfer versetzt.

Der Dreifach-Papa leistete sich im Auftakttraining zum letzten Grand Prix der Saison einen Dreher, schlug mit dem Heck in die Leitplanke ein und verzeichnete am Ende nur die viertschnellste Zeit des Tages.

Das Tempo auf dem 5,554 Kilometer langen Kurs gab am Freitag mal wieder Mercedes vor, das seit 2014 alle Rennen in der Wüstendämmerung gewonnen hat. Trotz eines heftigen Zusammenstoßes mit dem Haas-Piloten Romain Grosjean verwies Valtteri Bottas in 1:36,256 Minuten seinen Teamkollegen und Weltmeister Lewis Hamilton auf den zweiten Platz. Dahinter wurde Vettels Stallrivale Charles Leclerc Dritter. Für Nico Hülkenberg reichte es im Renault an seinem vorerst letzten Grand-Prix-Wochenende nur zu Position 15.

Einen Einschlag erlebte Vettel schon in der ersten Einheit des Tages. Der nach der Geburt seines dritten Kindes mit Verspätung angereiste Heppenheimer verlor bei Kurve 19 die Kontrolle über seinen Ferrari und demolierte sich zwei Minuten vor dem Ende des Trainings nach eigener Aussage nur eine Felge. "Bist du okay?", fragte ihn der Scuderia-Kommandostand. "Ja, ich bin okay", antwortete Vettel und stieg selbst aus seinem roten Wagen aus. Die zweite Einheit verlief für Vettel ohne Materialschaden.

Im Gegensatz zu Bottas, der auch die erste Bestzeit einfuhr. Der Finne wird jedoch von ganz hinten ins Rennen gehen, da sein Mercedes regelwidrig einen neuen Motor bekommen hat. Seine Mechaniker bekamen dann auch noch wegen des Unfalls mit Grosjean ordentlich zu tun. Bottas wollte auf der Innenseite von Kurve elf überholen, der Haas-Pilot übersah ihn aber und krachte in den Silberpfeil. Für den missglückten Überholversuch erhielt der Finne eine Verwarnung.

Um WM-Titel geht es in Abu Dhabi längst nicht mehr. Mercedes ist erneut Konstrukteursweltmeister, Hamilton erneut Fahrerweltmeister. Im ersten Training fuhr der Engländer auch vorübergehend mit der Nummer eins für den Weltmeister auf der Front seines Wagens. Eigentlich hat der sechsmalige Champion die 44.

Vettels Ferrari ziert die Nummer fünf. Mit der Wiederholung eines Crashs zwischen ihm und Stallrivale Leclerc wie in Brasilien rechnet Teamchef Mattia Binotto nicht mehr. "Das sind zwei Fahrer, die kämpfen und auch Fehler machen können. Wichtig ist zu wissen, dass so etwas nicht wieder geschieht", meinte Binotto.

Vettel betonte die Vertrauensbasis mit Leclerc. "Der Schlüssel für mich ist, dass wir miteinander klarkommen, wir haben kein Problem miteinander", versicherte er. "Der Respekt ist da." Der eine wolle dem anderen "nichts Böses". Leclerc und er wollen sicherstellen, "dass uns das nicht wieder passiert".

Über mögliche Verhaltensregeln oder Strafen bei ähnlichen Eskalationen wollte sich indes Binotto nicht äußern. "Es gibt hier keine Antworten. Das ist etwas, was wir intern besprechen", sagte er. "Sie sind beide sehr gute Fahrer und wissen genau, was zu tun ist."

Vor allem müssen sie auch wissen, was sie zu unterlassen haben. Und das beinhaltet Unfälle im direkten Duell. "Was besonders wichtig ist, ist zu verstehen, was so was auslöst", sagte Binotto. "Das ist der einzige Weg, um sicherzustellen, dass sich sowas nicht wiederholt."

Vielmehr wäre aus Ferrari-Sicht eine Premiere auf dem Yas Marina Circuit wünschenswert. Seit der Erstauflage 2009 haben die Italiener hier nicht gewonnen. Probleme mit Kurve 19 hatte aber nicht nur Vettel. Auch Leclerc rasierte im zweiten Freien Training mit der rechten Seite die Leitplanke und musste danach an die Box kommen, um seinen Ferrari inspizieren zu lassen. Bottas konnte auch er nicht mehr von der Spitze verdrängen.