S-Bahnhof in Unterföhring Polizistin in Kopf geschossen: Täter ist schuldunfähig

, aktualisiert am 03.12.2017 - 15:37 Uhr
Polizisten am Tattag an der S-Bahnhaltestelle in Unterföhring. Foto: Peter Kneffel/dpa

Der Mann, der im Sommer einer Polizistin in Unterföhring in den Kopf geschossen hat, gilt als schuldunfähig. Deswegen wird es wohl auch keine Anklage geben.

 

München - Die ermittelnde Staatsanwaltschaft München I hält den 37-jährigen Schützen für zur Tatzeit nicht schuldfähig. Unter Berücksichtigung der fehlenden Schuldfähigkeit könne voraussichtlich keine Anklage, sondern nur eine Antragsschrift verfasst werden, so ein Sprecher.

Das würde bedeuten, dass Alexander B. auf Anordnung eines Gerichts dauerhaft in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik untergebracht wird, statt Jahre in einem Gefängnis zu sitzen.

Die Anklagebehörde werte die Tat als vorsätzliche Körperverletzung in Tatmehrheit mit versuchtem Mord, heißt es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft weiter.

Die Kommissarin und ihr Kollege waren am 13. Juni zu einem Routineeinsatz zum S-Bahnhof Unterföhring gerufen worden. Ein Mann war in einer S-Bahn mit Passagieren in Streit geraten. Am Bahnsteig eskalierte die Situation. Der offenbar geistig verwirrte Alexander B. gelangte bei einer Rangelei an die Dienstwaffe des Kollegen der Polizistin. Der Täter schoss wild um sich. Eine der Kugeln traf die 26-Jährige in die Stirn. Auch zwei Passanten wurden ebenfalls angeschossen, aber dabei weitaus weniger schwer verletzt.

Die Polizistin wurde über Wochen auf der Intensivstation einer Münchner Klinik behandelt. Sie überstand mehrere komplizierte Operationen.

Als sich ihr Zustand stabilisiert hatte, wurde die 26-Jährige im Helikopter in eine Spezialklinik nach Sachsen geflogen. Sie liegt noch immer im Wachkoma. Ihr gesundheitlicher Zustand sei unverändert, hieß es am Wochenende.

Ihr stehe noch ein langer Weg der Rehabilitation bevor, auf dem wir sie intensiv begleiten werden, hatten die Eltern und der Lebensgefährte in einem Brief geschrieben, den die Polizei veröffentlichte. Darin heißt es weiter: "Auf unterschiedlichsten Wegen erreichten uns sehr viele Zeichen der Solidarität und Anteilnahme aus München, dem Landkreis München und weit darüber hinaus. Sie gaben und geben uns viel Kraft und wir haben uns sehr darüber gefreut. Dafür bedanken wir uns aus tiefsten Herzen bei Ihnen allen."

 

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