Rückzug der Suchtrupps Kuh Yvonne hat endlich ihre Ruhe

Kuh Yvonne auf einem Feld bei Zangberg im Kreis Mühldorf. Seit Mai läuft sie frei herum. Mit diesen Bildern berichtete die AZ von der "Kuh, die ein Reh sein will". Foto: dapd

Die Ruhe nach dem Sturm: Kuh Yvonne soll von jetzt allein aus ihrem Wald kommen. Die Suchtrupps ziehen sich zurück, dir Ruhe soll Yvonne anlocken. Der Ex-Direktor von Hellabrunn ist für diesen Fall mit dem Betäubungsschuss betraut.

 

Zangberg Der Suchtrupp hat seine Arbeit eingestellt, das Landratsamt Mühldorf hat die Abschussgenehmigung ausgesetzt. Ruhe im Waldgebiet rund um das oberbayerische Zangberg soll das erreichen, was Hubschrauber und Wärmebildkameras nicht geschafft haben: Die verschwundene Kuh Yvonne endlich aus dem Wald zu locken.

Seit Mai streift das Tier durch Wälder und Maisfelder. Es zu fangen sei unmöglich, „wenn man mit zig Autos hinfährt und Krawall macht“, hatte der Stuttgarter Tierfotograf Peter Winter noch vergangene Woche die aufwendige Suche kritisiert. Der Krawall soll jetzt ein Ende haben. Nur noch die Jäger beobachten das Waldgebiet. Mitarbeiter vom Gut Aiderbichl stehen lediglich bereit, falls Yvonne öfter an einem Ort auftauchen sollte und man sie betäuben könnte, ohne ihr hinterher zu jagen.

Für die Betäubung ist der ehemalige Direktor des Münchener Tierparks Hellabrunn, Henning Wiesner, zuständig. Seit dem Wochenende haben er und seine Kollegin Julia Gräfin Maltzan von der Akademie für Zoo- und Wildtierschutz die wissenschaftliche Betreuung des Suchtrupps übernommen.

Neu entwickeltes Betäubungsgewehr soll es nun richten

Um Yvonne durch den Schuss nicht zu verletzen, hält er ein neu von ihm und den Büchsenmachern Horst Blaser und Clemens Kimmig entwickeltes Betäubungsgewehr bereit. Aufgrund der Entfernung vom Betäuber zum Tier ermittelt es den nötigen Abschussdruck. Oft würden Tiere durch zu hohen Druck verletzt, sagt Wiesner.

Mehr als warten könne man jetzt nicht, denn in den Maisfeldern sei es beinahe unmöglich, Yvonne zu finden: „Das Tier macht einen Schritt und ist weg“, sagte Wiesner. Die Suche sei schwieriger als die nach der Nadel im Heuhaufen: Denn Yvonne sei wie eine „Nadel, die jedes Mal von einem in den anderen Haufen hüpft“.

Von vielen Seiten war in den vergangenen Tagen Kritik an der medienwirksamen Suche nach dem entlaufenen Rind gekommen. „Die Suche hat erst zur Wanderung geführt“, sagte der Mühldorfer Kreisvorsitzende des Bayrischen Jagdverbandes, Erich Loserth. Mit Hubschraubern, Quads und Jeeps war das Tier gesucht worden. Einzelne Glücksritter hatten auf die Belohnung spekuliert, die eine Boulevardzeitung auf den entscheidenden Hinweis auf die Kuh ausgesetzt hatte. „Ein scheues Tier kriegen Sie auf diese Weise nie“, resümierte er.

Das scheint mittlerweile auch Yvonnes Suchtrupp akzeptiert zu haben. Bis Ende Oktober ist Ruhe das oberste Gebot, dann sollen die Bedingungen für die Suche wieder günstiger sein. Denn bis dahin soll der Mais abgeerntet und Yvonne wieder zutraulicher sein.

 

0 Kommentare