Rückkehrer der Löwen TSV 1860: Daniel Bierofka bittet bei Timo Gebhart um Geduld

36 Minuten in zwei Drittliga-Partien: Timo Gebhart (re.) verbringt noch wenig Zeit auf dem Platz. Foto: sampics/Augenklick

Der Löwen-Rückkehrer Timo Gebhart kommt bislang noch zu wenig Einsatzzeiten. Trainer Daniel Bierofka bittet um Geduld: "Er braucht noch etwas Zeit"

 

München - Hundert Bundesligaspiele. Timo Gebhart hat es in seiner nicht mehr ganz so jungen Karriere auf Deutschlands größte Fußball-Bühne geschafft. 76 Mal lief er im Trikot des VfB Stuttgart auf, 24 Erstligapartien absolvierte er für den 1. FC Nürnberg. Jetzt kickt der 30-Jährige wieder beim TSV 1860, seinem Herzensverein, in der Dritten Liga. Die große Frage: Wie gut ist er noch?

In den ersten beiden Saisonspielen der Sechzger gegen Preußen Münster (1:1) und bei Eintracht Braunschweig (1:2) musste sich der Spielmacher jeweils lange gedulden, bevor er von Trainer Daniel Bierofka eingewechselt wurde. "Wann ruft mich der Trainer endlich? Wann ruft er mich?", hatte sich Gebhart eigenen Aussagen zufolge an der Seitenlinie gefragt, bevor er zehn Minuten gegen Münster bekam – und immerhin schon 19 in Braunschweig. Trotzdem: Viel zu langes Warten, ginge es nach vielen Fans der Giesinger, die ihren Rückkehrer und Publikumsliebling bei den Spielen am liebsten von Anfang an auf dem Rasen sehen würden.

Bierofka: "Versuche, den Jungen nicht gleich zu verbrennen"

Viel zu wenig Spielzeit auch für Gebhart selbst, zu dessen größten Stärken die liebe Geduld wahrlich nicht zählt. Genau die richtige Dosis kaltes Wasser findet Coach Bierofka, der vor der Partie gegen Zwickau (Mittwoch, 19 Uhr, Magenta Sport und im AZ-Liveticker) erklärt: "Ich versuche, den Jungen nicht gleich zu verbrennen." Der 40-Jährige wisse um Gebharts Qualitäten und adelt den Mittelfeld-Motor wie folgt: "Er kann jeder Mannschaft in der Dritten Liga, wenn nicht sogar in der Zweiten Liga oder in der Bundesliga weiterhelfen." Gebhart, der bundesligataugliche Löwe?

Keine Frage für den TSV-Trainer: Glaubt man Bierofka, könnte ein fitter Gebhart sein Können sogar auf höchster Ebene noch abrufen. Er ist ein Mann der Kategorie Unterschiedsspieler, die durch ein Tor, ein Dribbling, einen Geniestreich ebenjenen Unterschied ausmachen können. Diese Rolle hatte Gebhart auch bei seiner ersten Rückkehr nach Sechzigs Absturz aus der Zweiten Liga bis in die Regionalliga Bayern ausgefüllt, bevor er sich schwer verletzte und nicht mehr auf die Beine kam. Einziges Problem auch jetzt: Er ist nicht fit. Noch nicht. "Er braucht noch ein bisschen Zeit", erklärt Bierofka, "er hatte jetzt drei Wochen Vorbereitung bei Viktoria Berlin, das ist eine andere Vorbereitung als bei uns."

Gebhart erst bei 60 oder 70 Prozent

Der gebürtige Memminger hatte sich zwar beim Regionalligisten fit gehalten und auch zwei Vorbereitungsspiele bestritten, aber eben nur im Rahmen einer viertklassigen Vorbereitung. In Sechzigs Trainingseinheiten habe sich die Defizite, so Bierofka, trotz anfänglich guter Laktatwerte bestätigt. Bierofka bittet um Geduld: "Er muss erst noch auf seine hundert Prozent kommen." Kommt dem vielgescholtenen Akteur nicht einmal mehr eine Verletzung dazwischen, liegt es allein an Gebhart, seine Fähigkeiten abzurufen.

Womit wir wieder beim Thema "verheizen" wären: Wie Bierofka durchblicken lässt, fehlen dem Alpha-Löwen noch einige Prozentpunkte bis an sein Leistungslimit. "Es bringt ihm und uns nichts, wenn er erst bei 60 oder 70 Prozent ist." Erst, wenn der 100-malige Bundesligaspieler wieder annähernd an seinen Zenit kommt, den er noch nicht überschritten hat, reicht es zur Soforthilfe für Sechzig. Mindestens.

 

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