Frau niedergestochen München: Messer-Überfall in der Au - Fahndungsplakat veröffentlicht

Mit diesem Fahndungsplakat versucht die Polizei München Hinweise auf den Mann zu bekommen, der in der Hochstraße auf eine Frau eingestochen hat. Foto: Polizei München/Dedinag

Ende November wurde eine Frau in der Hochstraße ausgeraubt und mit einem Messer schwer verletzt. Der Täter ist noch immer auf der Flucht. Nun sucht die Polizei mit einem Fahndungsplakat nach ihm.

 

Update vom 10. Dezember 2018: 

Die Polizei München sucht mit einem Fahndungsplakat nach dem Messerstecher, der in der Hochstraße eine Frau schwer verletzt hat. Das Fahndungsplakat wird insbesondere in den nächsten Tagen in der näheren Umgebung des Tatorts in der Au verteilt, bzw. gegebenenfalls dort aufgehängt. Außerdem wurde eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgesetzt für Hinweise, die zu seiner Festnahme führen. 

Am Tatort fanden die Beamten ein Twin Gourmet Messer der Marke Zwilling. Nach bisherigem Ermittlungsstand handelt es sich bei diesem Messer um die Tatwaffe. Die Polizei bittet alle Menschen, die am fraglichen Abend zwischen 20.30 und 21 Uhr in der Hochstraße unterwegs waren, sich zu melden. "Selbst diejenigen, die glauben, nichts Besonderes beobachtet zu haben, können möglicherweise helfen", sagt Josef Wimmer, Chef der Münchner Mordkommission.

Zeugenaufruf der Polizei: Wer kann nähere Angaben zur Tat, dem Täter oder zu Besitzern oder zum Verlust des Messers, welches auf dem Fahndungsplakat abgebildet ist, machen? Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, insbesondere auch Insassen von zur Tatzeit vorbeifahrenden Pkw, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 11, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Täterbeschreibung: Männlich, hellhäutig, ca. 20-30 Jahre alt, ca. 175-180 cm groß, schlanke Statur, sprach bei der Geldforderung deutsch, kein Bart, keine Brille, trug eine dunkle Jacke mit Kapuze und eine dunkle Hose.

Meldung vom 28. November 2018

In der Hochstraße hat ein Mann am Dienstagabend (27. November), gegen 20.45 Uhr, eine Frau (31) überfallen und sie mit einem Messer attackiert. Die 31-Jährige war nach aktuellem Ermittlungsstand alleine zu Fuß auf der Hochstraße unterwegs, als sich ihr der Mann in den Weg stellte. Er forderte mit gezücktem Messer Bargeld von der Frau. Sie gab ihm alles, was sie dabei hatte - einen geringen zweistelligen Betrag. 

Anschließend stach der Unbekannte auf sie ein und flüchtete in Richtung Rosenheimer Straße. Die Frau wurde bei dem Überfall schwer verletzt. Mehrere Passanten verständigten zeitgleich den Notruf. Die Polizei leitete sofort die Suche nach dem Flüchtigen ein - jedoch ohne Erfolg. Das Opfer wurde laut Polizei in ein Krankenhaus eingeliefert. Am Mittwoch dann die erfreuliche Meldung: Sie befindet sich nicht mehr in Lebensgefahr. 

Polizei veröffentlicht Täterbeschreibung

Auch am Tag nach dem Messer-Angriff fehlt vom Täter weiter jede Spur. Die Polizei hat nun eine Täterbeschreibung des Mannes veröffentlicht: Circa 20-30 Jahre alt, zwischen 170 und 180 Zentimetern groß. Er war dunkel gekleidet und trug eine Kappe oder Kapuze. Eine Brille trug er nicht. Laut Polizei sprach er hochdeutsch ohne Akzent.

Die Mordkommission hat die Ermittlungen aufgenommen.

So kam es zur Sperrung der Haltestelle Rosenheimer Platz

Während des Polizeieinsatzes und der Suche nach dem Täter hielten an der Haltestelle Rosenheimer Platz eine ganze Weile keine S-Bahnen. Gegen 22.10 Uhr wurde die Sperrung aufgehoben und der S-Bahnverkehr am Rosenheimer Platz floss wieder.

 

Der Grund für die drastische Maßnahme: Gleichzeitig mit den Notrufen, die wegen des Raubüberfalls eingingen, erhielt die Polizei drei weitere Einsatzmeldungen. In der Hochstraße kam den Einsatzkräften eine zweite blutende Frau entgegen, erst später stellte sich heraus, dass sie sich in ihrer Wohnung an einem Rotweinglas verletzt hatte. Vom Hauptbahnhof gab es zur gleichen Zeit Notrufe wegen einer Schlägerei. Von der Haltestelle Rosenheimer Platz kam die Meldung, dass jemand Menschen ins Gleis schubsen würden. Es handelte sich allerdings ebenfalls um eine Schlägerei.

Rätselhafter Fall: Warum stach der Täter zu?

"Etwa eine Stunde lang war die Lage unklar", sagte Münchens Polizeipressesprecher Marcus da Gloria Martins am Mittwoch. In dieser Zeit konnte die Polizei nicht ausschließen, dass wieder ein Amokläufer in der Stadt unterwegs ist. Insgesamt 100 Polizisten, das USK und ein Polizeihund waren im Einsatz.

Was von der Nacht bleibt, ist ein rätselhaftes Verbrechen. Warum stach der Räuber die junge Frau nieder, nachdem sie ihm Geld gegeben hatte? Tickte der Täter aus, weil sie ihm "nur" 20 Euro gegeben hatte? Stand der Mann unter Drogen? Ist er psychisch krank? Die Polizei geht bislang davon aus, dass er sein Opfer zufällig auswählte.

Fall weckt Erinnerungen an Messerattacke vor einem Jahr

Die jüngste Tat weckt schreckliche Erinnerungen an eine Wahnsinnstat Ende Oktober 2017 am Rosenheimer Platz. Fast vier Stunden lang gingen Polizei und Haidhauser von der Tat eines Amoktäters aus. Ein Mann stach wahllos auf Passanten ein, er verletzte sieben Menschen, das jüngste Opfer war erst 12 Jahre alt.

Der Messerstecher, ein heute 34 Jahre alter Mann wurde vor wenigen Wochen verurteilt: Das Gericht kam zu dem Schluss, dass Patrick H. hochgefährlich, aber schuldunfähig ist. Zur Tatzeit sei er in einem „hoch-psychotischen Zustand“ gewesen. Er wurde in der forensischen Psychiatrie untergebracht.


Zeugenaufruf der Polizei München: Personen, insbesondere Fahrzeuginsassen, die sich zu der Zeit in der näheren Umgebung aufgehalten haben und sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 11, Tel. 089/29 10 0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

 

25 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading