Rosamunde Pilcher in der Komödie im Bayerischen Hof „Wechselspiel der Liebe“ als Musical mit Angelika Milster

Angelika Milster (vorne) und Navina Heyne im „Wechselspiel der Liebe“. Foto: Marina Maisel

In der Komödie im Bayerischen Hof gibt es Rosamunde Pilchers „Wechselspiel der Liebe“ als Musical. Angelika Milster wurde durch ihre Rolle in „Cats“ (1983) zum Star des deutschsprachigen Musicals

 

Der Roman erschien 1992 in deutsch und das ZDF vefilmte ihn zwei Jahre später. Es geht, wie immer bei Rosamunde Pilcher, um viel Herz und den unvermeidlichen Schmerz sowie die herben und doch so faszinierenden Landschaften im britischen Norden. Die „Wechselspiele der Liebe“ ranken sich um eine amouröse Verwechslungsintrige. Das Besondere an dieser Produktion der Komödie im Bayerischen Hof ist, dass aus dem Liebesroman kein Boulevardstück wurde, sondern ein Musical mit einem Libretto von Claus Beling und der Musik von Richard Blackford. Angelika Milster, die Grande Dame des deutschen Musicals, spielt die Chefin eines schottischen Clans. Vor der heutigen Uraufführung sprach die AZ mit dem heute in der Schweiz lebenden Star.

AZ: Frau Milster, lesen sie Pilcher-Romane oder sehen Sie sich die Fernsehfilme an?
Angelika Milster: Wenn ich mal ein schönes Märchen sehen will, dann gucke ich Rosamunde Pilcher. Für mich sind das Märchen für Erwachsene. Man kann sich dabei entspannen.

„Wechselspiel der Liebe“ ist ein Musical mit vielen Songs. Welche Musik erwartet uns?
Eine gute Mischung aus U- und E-Musik. Es gibt Chansons passend zur Situation, kleine, sehr süße Kabinettstückchen und etwas schwarzer Humor ist auch dabei.

Isobel, die Figur, die sie spielen, sagt von sich selbst, „zu stark“ für Beziehungen zu sein. Wie schätzen Sie sie ein?
Sie weiß genau, wo es lang geht. Sie weiß, dass die Frauen ihrer Famlie die Liebe immer nüchtern betrachteten. „Ich bin so entflammbar wie ein Feuerlöscher“, meint sie. Ich sehe das zwar nicht so, aber sie muss eine Antwort geben und verdrängt, dass sie von Tuppy, ihrer Mutter, so erzogen wurde. Sie musste unnachgiebig sein.
Isobel war früher eine Opernsängerin. Das ist die einzige Gattung der darstellenden Kunst, die man in Ihrer Vita nicht findet. Wie halten Sie es persönlich mit der Oper?
Ich gehe gerne in die Oper, wenn ich Zeit habe. „La Traviata“, ach! Und bei „La Bohème“ weine ich. Ich habe Oper studiert, aber mir die Eigenheiten meiner Stimme erhalten. Das hilft mir bei den Kirchenmusik-Konzerten, die ich auch gebe, sehr und ich mische mit der Kopfstimme. Das hört nur keiner. Das war die ganz große Kunst von Ella Fitzgerald. Du kannst nicht dreieinhalb Oktaven singen, wenn du nicht in die Kopfstimme gehst. Das muss man trainieren.

Wie oft müssen Sie noch das Singen üben?
Ich gehe heute noch zum Gesangsunterricht bei Katja Beer, eine Sopranistin und eine der besten meiner Meinung nach. Das ist die Technik überhaupt. Ich hätte es auch in der Oper geschafft. Das sage ich nicht, um anzugeben, sondern es hat mich nicht interessiert. Ich war immer die Jazz-Else. Ich bin mit der Underground-Musik groß geworden und Janis Joplin war mein Ding. Ich wollte in den Rockbands spielen und die sagten mir: Du singst zu schön. Da dachte ich mir, jetzt rauche ich ordentlich, aber das hat nicht geklappt.

Bleiben wir bei den frühen Zeiten: Wie kam es, dass Sie im Jahr 1983 die erste deutsch singende Grizabella in „Cats“ wurden?
Durch Zufall. Damals spielte ich am Wiener Volkstheater „Die schöne Helena“. Eine Freundin, die bei Peter Weck arbeitete, rief mich an und fragte mich, warum ich nicht zu den Auditions komme. Ich wollte eigentlich gar nicht. Ich kannte nicht so gut tanzen, denn wir hatten noch nicht die Ausbildung, wie es sie heute gibt. Die Kombination aus Gesang und Tanz war akrobatisch. Aber die alte Katze hat ja nicht viel getanzt. Das habe ich noch hingekriegt. Also bin ich dahin, habe das Lied abgebrettert und hatte die Rolle.

Und Sie bekamen Ihren Mann, den schweizerischen Komponisten und Musikproduzenten André Bauer, noch dazu.
Er war Musikdirektor im Theater an der Wien und dort habe ich ihn kennengelernt. Ich dachte mir, bevor ich gar keinen abkriege, nehme ich den.

Weiß er das?
Ein schöner Satz, nicht wahr? Er war die erste große Liebe. Und er ist es bis heute. Er macht alles, schreibt für mich und produziert meine Alben.
    
Komödie im Bayerischen Hof,  bis 19. April,
19.30 Uhr, sonntags 18 Uhr, Tel  29161633

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