Rolle mit großen Herausforderungen Jörg Hartmann: Der Mann hinter dem Stasi-Scheusal

Man sitzt gemütlich mit Chips und Bier vor dem Fernseher - da nimmt plötzlich der Stasi-Überwachungsstaat neben einem Platz.

 

Deutschland - "Warum wird einer so? Warum haben die Leute das durchgezogen?" Ausgerechnet Jörg Hartmann (44) wirft im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen" diese Fragen auf. Dabei spielt er in der TV-Serie "Weissensee" den skrupellosen MfS-Offizier Falk Kupfer, was für seine Karriere den Durchbruch bedeutete.

Dabei war der Osten zunächst weit weg für ihn. Aus seiner Heimatstadt Hagen ging er nach dem Zivildienst an die Schauspielschule nach Stuttgart. Dass er 1994 an eine Bühne nach Thüringen wechselte, war allerdings kein Zufall, wie er gegenüber dem "Stern" zugibt: "Ich wollte in den Osten, wollte wissen, was da los ist." Zugleich erkannte Hartmann, dass "die Ostdeutschen [...] näher am Elementaren waren, der materielle Quatsch spielte keine Rolle. Sie haben uns Westdeutschen eine Geschichte voraus."

In der Folge spielte er in Mannheim und Berlin, es folgten seit 2007 einige TV-Rollen. Aber erst mit der ARD-Fernsehserie "Weissensee" gelang Hartmann der Durchbruch - als Verkörperung des DDR-Staates. Während dieser untergeht, versucht Hartmann als Stasi-Mann Falk Kupfer den real existierenden Sozialismus zu retten. Und drängt eiskalt seine Frau zur Spitzelei und lässt die Freundin seines Bruders ins Gefängnis werfen.

Ganz zwangsläufig stellt sich da beim Zuschauer die Frage, die sich auch Hartmann stellte: "Warum wird einer so?" Der Schauspieler hat viel über Vernehmungstaktiken der Stasi gelesen und gesteht der "Frankfurter Allgemeinen": "Das Erschreckende war wirklich, als ich das gelesen habe, dachte ich plötzlich: 'Ja, und? Ist doch völlig in Ordnung!'" Denn "wenn man begreift, dass man diesen Staat beschützen will, denkt man, man ist auf der guten Seite. Sein Lebenskampf wäre ja sonst umsonst."

Doch nicht nur in der Rolle als Stasi-Mann geht Hartmann auf, auch in die Figur des Dortmunder Tatort-Kommissars Peter Faber zeigt er jede Menge Action und Authentizität. In seiner zweiten großen Rolle sorgte Hartmann so auch für eine Top-Quote. 8,88 Millionen Zuschauer sahen beispielsweise "Mein Revier". Nicht ganz so gut läuft es derzeit mit der TV-Serie "Weissensee". 15,4 Prozent oder 4,63 Millionen Zuschauer verfolgten die letzte Folge in dieser Woche. Den Start der zweiten Staffel in der letzten Woche sahen noch 5,24 Millionen Zuschauer.

 

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