Restaurant-Kritik „Mimmo e Co.“: Warten auf die beste Pizza

Ausgezeichnet: Die Pizza im Mimmo e Co. in der Kapuzinerstraße. Foto: Daniel von Loeper

Oft sind Rankings nicht sehr aussagekräftig - das „Mimmo e Co.“ hat sich seinen Spitzenplatz auf der Liste der besten Pizzerien aber redlich verdient.

 

Isarvorstadt - In schöner Regelmäßigkeit tauchen immer wieder Listen mit den vermeintlich besten Lokalen auf. Auf jeder Liste steht meist ein anderer Laden an der Spitze, was die Aussagekraft dieser Restaurant-Rankings ad absurdum führt. Geht es um Pizza, taucht ein Name allerdings ziemlich häufig auf: „Mimmo e Co.“ Die Pizzeria in der Kapuzinerstraße wirkt von außen unscheinbar, aber das hat in der Regel nichts zu bedeuten. An unserem Testsonntag ist der Laden bis auf den letzten Platz besetzt und entsprechend dauert es eine Weile, bis ein Tisch frei wird.

Das „Mimmo e Co.“ ist auf unerklärliche Art gemütlich, doch dem Laden fehlt hier und da ein wenig die Aufmerksamkeit für Details. Eine Sache fällt sofort ins Auge: Der Holzofen mitsamt des gut gelaunten Pizzabäckers, der den Teig kunstvoll und nahezu beiläufig durch die Luft wirbelt. Am Tisch beginnt das Warten auf die Karte, die nach ziemlich langer Zeit endlich eintrifft. Der Service ist nett, kommt aber wegen des vollen Ladens einfach nicht hinterher. Ärgerlich, für Gast und Service.

Die Vorspeisen erreichen uns nach einer gerade noch so vertretbaren Wartezeit. Dafür ist das „Carpaccio di Bresaola“ (10 Euro) mit Rucola und Parmesanhobeln schlichtweg perfekt, und auch beim Bruschetta (1,50 Euro pro Stück) gibt es nichts zu beanstanden. Nur der Wein, ein „Barbera D’ Alba“ (0,2 l für 6,90 Euro), fällt etwas ab.

Entsprechend hoch ist die Erwartung an die Pizza und schon von der Optik her machen „Rusticana“ (mit Büffelricotta und Austernpilzen) und „Trevisana“ (mit Radicchio und scharfer Salami, je 9,90 Euro) einen ausgezeichneten Eindruck. Der Teig ist dünn und am Rand knusprig, Mozzarella und Tomatensoße bilden die perfekte Grundlage für den aromatischen Belag. Auch geschmacklich ist die Pizza ein Traum, und wir finden nur eine Kleinigkeit, die ein überkritischer Gast bemängeln könnte: Die Salami wurde vor dem Backen auf die Pizza gelegt. An diesem Punkt scheiden sich jedoch traditionell die Geister. Die Desserts sind zwar nicht ganz auf dem himmlischen Niveau der Pizza, aber insgesamt noch über dem Durchschnitt.

Das hausgemachte Tiramisu (4,50 Euro) und das fein gearbeitete Blätterteigtörtchen „Millefoglie“ (5,50 Euro) bilden den süßen Abschluss eines Abends, an dem wir wahrscheinlich eine der besten Pizzas Münchens gegessen haben.

Kapuzinerstr. 6, Tel.: 76 70 15 45, Di. bis Fr. 11.30 - 15 Uhr und 18 - 23 Uhr, Sa., So., Feiertag 18 bis 23 Uhr

 

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