Rentner wurde misstrauisch Versuchter Betrug: Falscher Polizist geht in den Knast

Betrug durch "falsche Polizeibeamte": Sie geben sich am Telefon als Polizisten aus und erbeuten so Millionen. (Symbolbild) Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Das Amtsgericht München verurteilt den geständigen Betrüger zu 22 Monaten Haft - ohne Bewährung.

 

München - "Gestatten, mein Name ist Martin Renz. Ich bin von der Kriminalpolizei." Das Ganze mit bayerischem Akzent. So oder so ähnlich stellte sich der Anrufer bei einem 75-jährigen Münchner am Telefon vor.

Doch der Mann war keineswegs ein Kriminaler, sondern Mitglied einer Bande, die mit dem "falschen Polizisten"-Trick arbeitet. Der Anrufer wollte dem gehbehinderten Rentner weismachen, dass eine rumänische Einbrecherbande vorhabe, bei ihm einzusteigen. Wie es denn mit Wertgegenständen bei ihm aussehe, wollte der angebliche Kripobeamte wissen.

Misstrauischer Rentner informiert die echte Polizei

Obwohl ihm schon Zweifel kamen, beantwortete der 75-Jährige die Frage. Ja, er besitze ein Bankguthaben von 28.000 Euro. Doch nach dem Gespräch rief er die echte Polizei an. Und die bekam nun direkt mit, wie das Opfer in der Folge von zwei Unbekannten abwechselnd in die Mangel genommen wurde.

Die beiden riefen ständig bei dem Rentner an und forderten ihn auf, 23.000 Euro vom Konto abzuheben. Man müsse das Bargeld auf Grund eines Verdachts auf Geldfälschung kontrollieren.

Der pfiffige Rentner ging darauf zum Schein ein. Am Abend wurde der 75-Jährige schließlich telefonisch aufgefordert, sich zu seiner Haustür zu begeben und dort das abgehobene Bargeld an einen Polizeibeamten zu übergeben.

Betrüger auf frischer Tat ertappt

Das war niemand anderes als der Angeklagte, ein Berliner (23), der seine Kochlehre abgebrochen hatte und zuletzt als Sicherheitskraft in einem Flüchtlingsheim arbeitete. Er nahm das vermeintliche Geld in Empfang und wurde in diesem Moment von echten Polizisten in Zivil festgenommen.

Vor Gericht gestand der 23-Jährige die Tat und erklärte, dass er für 1.000 Euro für diesen Botendienst angeheuert worden war. Er wurde wegen versuchten Betruges zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt – Bewährung gibt's nicht.

 

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