Renovierung für 62 Millionen Euro Nach zehn Jahren: Das Zeughaus erstrahlt in altem Glanz

Stylisch, licht, positiv: Die Atmosphäre im neuen Eingang zur Fakultät für Design der Hochschule München im historischen Zeughaus an der Lothstraße 17. Foto: Sigi Müller

485 Studenten nutzen Hörsaal, Werkstätten und Fotostudios: Dafür wurde das Zeughaus für 62 Millionen Euro renoviert.

 

Neuhausen - Rüstungen, Kanonen und Gewehre – früher "Zeug" genannt – lagerte ab 1866 im Zeughaus an der Lothstraße. Später war der rote Prachtbau aus Ziegelstein für 25 Jahre Königlich Bayerisches Armeemuseum. Zuletzt bevölkerten TU-Studenten das im Lauf der Zeit recht verbaute einstige Repräsentativgebäude mit seinen verspielten Zinnentürmchen und markanten Bogenfenstern. Dieses Münchner Unikat ist übrigens im Maximilianstil gebaut – wie das Maximilianeum.

Zehn Jahre lang renoviert – für insgesamt 62 Millionen Euro – ist das historische Zeughaus nun das neue Domizil der 485 Studenten der Fakultät für Design der Hochschule für angewandte Wissenschaften. Seit dem Wintersemester stehen jungen Industriedesignern, Foto- und Kommunikationsdesignern sowie dem Masterstudiengang Ateliers, Werkstätten und ein Hörsaal mit 230 Plätzen zur Verfügung. In einer einzigartigen Atmosphäre: licht, offen und positiv. Ganz klar im Widerspruch zur alten Macht-Symbolik des früheren Militärgebäudes.

Wie wollen wir leben?

Denn auch in der Designerausbildung geht es um die Frage: Wie wollen wir leben? Markus Frenzl, Professor für Designtheorie, betont: "Wir beschäftigen uns mit der politischen Dimension und der soziale Verantwortung des Designs." "Komplex und dramatisch" sei der große Umbau vom Waffenlager zur Designschmiede gewesen, berichtet Barbara Schneider vom Staatlichen Bauamt. Eine Herausforderung für Staab Architekten aus Berlin. In München hat das Büro bereits den Landtag renoviert. Aktuell in Planung: das umstrittene Biotopia-Museum im Schloss Nymphenburg.

Umbau war Herzensangelegenheit

Zum Projekt Zeughaus sagt Architekt Hanns Ziegler: "Dieser Umbau war uns eine absolute Herzensangelegenheit." Sein Büro hat die historische Ziegelfassade behutsam reinigen lassen. Es hat einen gläsernen Pavillon als Neubau in den früheren Ehrenhof gesetzt und extra robuste Materialien für die Design-Uni gewählt: Die Böden sind aus geschliffenem Estrich. Treppenstufen oder Türen von Seminarräumen sind mit Aluminium verkleidet. "Das rohe Alu ist das ruhige, prägende Element für den Industriehallencharakter", erklärt Ziegler, "Alu verträgt Alterung gut. Ein Kratzer ist hier keine Zerstörung".

Am Mittwoch wird die Design-Uni offiziell eingeweiht. Im Foyer gibt es eine Ausstellung von Oliver Jaist über das Abenteuer Baustelle (Lothstraße 17).

 

2 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading