Rekordtransfer zu Real? Instagram statt Tore: Neymar stellt sich zur Schau

Neymar: Sein sportliches Talent ist unzweifelhaft, sein Ego äquivalent unermesslich. Ein junger Dunkelhäutiger, der sich aus ärmlicheren Verhältnissen hochgespielt hat, dem heute im mondänen Paris die Türen offen stehen, dies fördert unweigerlich Missgunst. Foto: Alejandro Garcia/EFE/dpa

Für Brasiliens Superstar ist ein Fußbruch kein Grund abzutauchen. Im Internet zeigt sich Neymar beim Poker, mit Freundin, auf einer Party - und im Fitnessraum. Die Spekulationen um einen Wechsel von PSG zu Real Madrid werden immer wilder.

Rio de Janeiro - Nicht zuletzt ein Interview mit dem brasilianischen Portal Esporte Interativo ließ die Verantwortlichen von Paris St.-Germain aufhorchen. "Die fünf Monate in Frankreich fühlen sich an wie fünf Jahre", ließ Superstar Neymar da verlauten. Ein Treueschwur klingt anders.

Und so machten sich PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi und Sportdirektor Antero Enrique auf den Weg nach Brasilien, um nach dem Rechten zu sehen. Der Brasilianer geht nach seiner Fuß-Operation am 3. März noch an Krücken, nutzt die Zeit allerdings auch und vor allem dafür, an seiner persönlichen Zukunft zu basteln.

Neymar: Für 400 Millionen Euro Ablöse zu Real Madrid?

Immer wieder kocht dabei das Gerücht hoch, dass der 26-Jährige daran arbeitet, noch einmal in neue Transfer-Dimensionen vorzustoßen. Für 222 Millionen Euro war er vom FC Barcelona nach Paris gewechselt - laut Bild irritiert er seinen Arbeitgeber mit unverschämten Gehaltsforderungen - im Gespräch ist eine Erhöhung von derzeit 36 auf 60 Millionen Euro per anno -, und Neymars Vater forciert einen Wechsel zu Real Madrid. Für eine wahnsinige Ablöse von 400 Millionen Euro Ablöse. Die soll zum Teil Nike zahlen, um Adidas als Real-Ausrüster abzulösen.

Selbst wenn es um diese Spekulationen geht, sind eindeutige Dementi vielsagend Fehlanzeige. Neymar war das Treffen immerhin ein Foto wert. Wie der 3:0-Sieg der Selecao am Freitag in Russland, als er seinen Spezialschuh vor den TV-Bildern des Spiels in Russland ablichtete.

Abgeschottet in seiner Traumvilla in der Promi-Zuflucht Mangaratiba an der Küste südlich von Rio de Janeiro postet Brasiliens Neymar derzeit, was das Zeug hält. Intime Momente mit seiner Freundin, ausgelassener Spaß mit Kumpels, ein radikaler Kurzhaarschnitt mit Rastazöpfen, dazwischen schweißtreibende Arbeit im Fitnessstudio sowie die nervende Physiotherapie.

Während andere während einer Verletzungspause ins mediale Niemandsland verschwinden, stellt sich das Fußballgenie nach seinem Fußbruch erst recht zur Schau. Ohne den Alleinunterhalter bleiben Paris St. Germain nach dem Champions-League-Aus gegen Real Madrid nur die nationalen Hausaufgaben.

Ohne den laut Nationaltrainer Tite "Unersetzlichen" tritt die brasilianische Selecao am Dienstag (20:45 Uhr/live im ZDF) in Berlin gegen Weltmeister Deutschland an. Und ohne Ballkontakt provoziert der 26-Jährige weiterhin. Als Stephen Hawking am 14. März verstarb, zeigte sich Neymar im Foto-Online-Dienst Instagram vermeintlich solidarisch im Rollstuhl mit der Bildunterschrift: "Man muss eine positive Einstellung haben und das Beste aus der Situation machen."

So weit, so gut, hätte er sich dabei nicht augenscheinlich pietätlos gegenüber dem schwerkranken britischen Astrophysiker lächelnd in Badehose und bei Sonnenschein ablichten lassen. Der Shitstorm war entfacht. Und weitere Munition für Neider und Kritiker war auf halbem Weg zwischen dem operativen Eingriff am 3. März, als eine Schraube und körpereigenes Knochenmark an der Bruchstelle angebracht wurden, und der Neueinschätzung der Lage Mitte April gegeben.

Instagram-Fotos zeigen ihn in der Rehabilitationszeit augenscheinlich unprofessionell, mit Pokerpartien unter Kumpels, wobei er 100-Real-Scheine ostentativ in den Händen hält, oder bei Computerspielen online bis tief in die Nacht, zeigen Neymar im Privatprofil eines Freundes mit dessem ausgefallenen Geschenk, einem 18-karätigen, von Diamanten besetzten Ring, oder auf der pompösen Geburtstagsparty seiner Schwester Rafaella im Promi-Kreis.

Sein sportliches Talent ist unzweifelhaft, sein Ego äquivalent unermesslich. Ein junger Dunkelhäutiger, der sich aus ärmlicheren Verhältnissen hochgespielt hat, dem heute im mondänen Paris die Türen offen stehen, dies fördert unweigerlich Missgunst. Aber der Hauptleidtragende scheint am daraus resultierenden Image nicht im geringsten interessiert, hält an seinem prahlenden Lebensstil fest.

Am Dienstag gegen Deutschland dürfte es wieder einen Neymar-Post geben. Schließlich war er vor vier Jahren beim 1:7 im WM-Halbfinale nicht dabei und trägt für die Schmach keine Verantwortung. Damals wie heute verletzt, aber weniger vernetzt.

Lesen Sie hier: Das spricht für einen Tuchel-Wechsel zu PSG 

 

1 Kommentar

Kommentieren

  1. null