Reisetipp Alles über All-inclusive

Entspannt genießen ohne Nebenkosten (Foto: PR) Foto: srt

Urlaub ohne Nebenkosten wird immer beliebter. Wir sagen, was Sie über die Reiseform des Jahres wissen müssen.

 

Was alles drin ist Während herkömmliche Pauschalreisen in der Regel Flug, Transfer, Übernachtung und zumindest Teilverpflegung enthalten, sind im All-Inclusive-Paket die Vollpension mit Tischwein im Reisepreis eingeschlossen, ebenso ein mehr oder weniger reichhaltiges Sport- und Entertainmentangebot sowie die Kinderbetreuung. Immer mehr Ferienanlagen rüsten mit Fitness- und Wellnessbereichen nach, deren Benützung für die Gäste frei zugänglich ist. Massagen oder Beauty-Behandlungen kosten extra. Für Golf und Tauchen wird ein Aufpreis verlangt, auch teure Weine und Markenspirituosen kosten zusätzlich. Was ganz im Sinne der Urlauber ist, die nicht für Angebote mitzahlen möchten, die nur wenige nutzen. Mittlerweile gibt es aufgepeppte All-Inclusive-Spielformen, die Namen haben wie All Inclusive Plus, All Inclusive Ultra oder All Inclusive Maxx. Darin sind weitere Extras verpackt, etwa Spa-Behandlungen, Exkursionen und die stets nachgefüllte Minibar.

AI in Ferienclubs

Schon im ersten Club Méditerranée, heute Club Med, 1950 auf Mallorca waren Mahlzeiten, Tischwein, und Sportaktivitäten im Reisepreis inbegriffen. Heute setzt unter den Clubveranstaltern der zur Tui gehörende Club Magic Life das Versprechen vom Urlaub ohne Nebenkosten am konsequentesten um. 170 Leistungen sind im "Alles drinklusive"-Paket enthalten. Der eine Kategorie höher angesiedelte Robinson Club hat von seinen 23 Clubanlagen sieben mit All-Inclusive-Leistungen ausgestattet, hauptsächlich die mit Sport- und Familienschwerpunkt. Doch Cluburlaub ist teuer. Beim Robinson Club geht unter 1000 Euro pro Woche kaum etwas. Beim Rewe-Club Calimera dagegen kann man ab ca. 430 Euro Urlaub machen.

Ziele und Preise

Die meisten AI-Anlagen liegen an der türkischen Mittelmeerküste, in Tunesien und Ägypten, in der Ferne sind es die Dominikanische Republik und Kuba. Aber auch Griechenland und Spanien schließen auf - und Deutschland. Bei Neckermann sind zehn Prozent der Hotels in Deutschland All-Inclusive, Tendenz steigend. Die Bandbreite in Qualität und Preis ist so groß wie bei Hotels allgemein: Eine Woche All-Inclusive in der Türkei oder auf Mallorca gibt es mit Flug schon unter 300 Euro. In Exklusiv-Zielen wie den Malediven oder den Seychellen ist man schnell mit 3000 Euro dabei.

Die Vorteile

Urlauber schätzen vor allem die Budgetsicherheit. Der Reisende kann schon im Vorfeld genau kalkulieren, wie viel ihn der Urlaub kosten wird. Und wenn er auf gebührenpflichtige Extras wie Massagen oder Tauchen keinen Wert legt, dann sind auch keine versteckten Kosten zu befürchten. Bei herkömmlichen Pauschalreisen entstehen durchschnittlich 30 bis 40 Prozent Extrakosten. Auch der Komfort-Faktor ist nicht zu unterschätzen: Man muss weder zum Geldbeutel oder Plastikkärtchen greifen noch dauernd Belege unterzeichnen. Das kommt nicht nur bei den Familien an, sondern immer mehr auch bei Paaren und Alleinreisenden.

Die Nachteile

Es gibt auch Kritik am All-Inclusive-Urlaub. Er schließt die Einheimischen vom Geschäft mit den Gästen aus, argumentieren die Gegner. Denn warum fürs Essen "draußen" teuer bezahlen, wenn es "drin" alles umsonst gibt? Auch das Interesse am Urlaubsland wird durch immer attraktiveres Sport-, Spa- und Unterhaltungsangebot eher gedämpft. Natürlich wird niemand daran gehindert, Land und Leute bei Ausflügen mit dem Leihwagen oder organisierten Exkursionen kennen zu lernen. Aber solche Eskapaden werden mit deftigen Extrakosten oft richtiggehend bestraft.

All-Inclusive ahoi!

Die Kreuzfahrtschiffe haben üblicherweise zwar die Mahlzeiten im Preis eingeschlossen, nicht jedoch die Getränke. "Mein Schiff" der Tui hat vergangenes Jahr den Sprung zur All-Inclusive-Seereise gemacht. Seither sind im Cruise-Preis die Getränke an Bars und in fast allen Restaurants inbegriffen, ebenso Austern, Kaviar und Tapas. Das gilt auch für "Mein Schiff 2", das im Mai in See sticht. Club Magic Life bietet auf seinem Nilschiff in Ägypten ebenfalls alles inklusive an, eingeschlossen sind auch die Landausflüge.

Kataloge genau studieren

Um den maßgeschneiderten All-Inklusive-Urlaub zu finden, kommt man um ein gründliches Katalogstudium nicht herum. Die meisten All-Inklusive-Ferienanlagen haben einen Zielgruppenschwerpunkt, etwa Familien, Wellness oder Sport. Entsprechend zielgruppenlastig sind die enthaltenen AI-Leistungen. Wer seine Wünsche und Erwartungen im Vorfeld genau definiert, der vermeidet das Risiko, eine Mogelpackung an Land zu ziehen.

Brigitte von Imhof

Hätten Sie's gewusst?

Proll inclusive All-Inclusive-Urlauber müssen in Kauf nehmen, dass sie von alkoholisierten Miturlaubern gestört werden. Das Landgericht Kleve wies eine Klage mit dem Hinweis ab, bei AI-Reisen sei der Alkoholkonsum nun mal höher als bei herkömmlichen Pauschalreisen.

Fast geschenkt Für 999 Mark, also gerade mal 500 Euro, gab es Ende der 90er Jahre bei Veranstalter FTI zwei Wochen All-Inclusive-Urlaub in der Dominikanischen Republik.

Leichtgepäck Unter dem Motto "Verreisen nur mit Handtasche" bot die Tui 1998 All-Inclusive-Reisen in die Dominikanischen Republik an, wo sich die Gäste in einer Boutique einkleiden durften. Der Klamotten-Klamauk entpuppte sich als Flop.

All-Inclusive goes Hollywood "All-Inclusive" schaffte es im Herbst 2009 sogar auf die Kinoleinwand: In dem gleichnamigen Film wollen vier Paare während eines Urlaubs in einem tropischen Ferienclub mit Hilfe eines Therapeuten ihre jeweiligen Beziehungen kitten.

 

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