Reise endet am Flughafen Falscher Italiener dank Hinweis aus England festgenommen

An den Ein- und Ausreisekontrollstellen am Münchner Flughafen ziehen Bundespolizisten durchschnittlich zwei Reisende pro Tag mit gefälschten Dokumenten aus dem Verkehr. meist initiativ, manchmal aber kommt auch ein Tipp von extern. Foto: Bundespolizei

Dank eines Hinweises des britischen Verbindungsbeamten konnten Bundespolizisten am Flughafen einen Mann festnehmen, der mit gefälschen Papieren durch Europa reiste.

 

München -  Am Sonntagnachmittag erreichte die Bundespolizei am Münchner Flughafen eine E-Mail des "Immigration Liaison Officers" an der britischen Botschaft in Berlin. Darin ließ der britische Beamte seine deutschen Kollegen wissen, dass er eine verdächtige Buchung auf einem Flug von München nach Manchester für den Abend desselben Tages ausgemacht habe.

Der britische Grenzbeamte bat seine Münchner Kollegen, den betreffenden Fluggast genauer unter die Lupe zu nehmen. Bundespolizisten warteten daher an der Ausreisekontrollstelle auf den Passagier, einen angeblichen Italiener.

Als die Beamten den jungen Mann überprüften, händigte er ihnen eine italienische Identitätskarte aus. Ein genauer Blick auf das Dokument erhärtete allerdings den Verdacht, dass der Ausweis gefälscht war. Also nahmen die Beamten den falschen Italiener wegen des Verdachts der Urkundenfälschung vorläufig fest und mit zur Wache.

Mit dem Lkw nach England schleusen lassen

Dort fanden die Bundespolizisten bei dem 23-Jährigen auch noch einen gefälschten italienischen Führerschein. In der folgenden Vernehmung gab der Beschuldigte schließlich zu, in Wahrheit Albaner zu sein. Er habe ursprünglich den Plan gehabt, sich irgendwann auf einem Lastwagen über Frankreich nach Großbritannien schleusen zu lassen.

Jetzt sei er in Italien bei Verwandten gewesen. Dort habe er kurzfristig beschlossen, sein Glück sofort zu versuchen und den bequemeren Luftweg zu wählen - man habe ihm gesagt, mit einer italienischen Identitätskarte zu reisen, sei sicher.

Er habe die gefälschte "Carta d'Identità" und den Führerschein von einem Landsmann in einem Kaffeehaus in Mailand bekommen. Dafür musste er dem Unbekannten 1.000 Euro und zwei Lichtbilder übergeben. Drei Tage später habe er schließlich die Papiere bekommen und sich mit dem Zug auf den Weg nach München gemacht.

Hier habe er seinen echten albanischen Reisepass irgendwo an einem S-Bahnhof entsorgt und sei anschließend zum Flughafen gefahren. Im Erdinger Moos endete die Reise schließlich vorzeitig, die Beamten zeigten den Möchtegern-Italiener wegen Urkundenfälschung, Verbringen von falschen amtlichen Ausweisen, unerlaubter Einreise und unerlaubten Aufenthalts an, bevor sie ihn am Montagvormittag nach Albanien zurückschickten.

 

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