Reiner Maurer TSV 1860: "Schnell wie die Russen"

Startet mit seinem Team früh in die Vorbereitung: 1860-Chefcoach Reiner Maurer. Foto: sampics/AK

Heute starten die Löwen in die Vorbereitung auf die neue Saison. Hier erklärt Trainer Reiner Maurer, wie er die Mannschaft verbessern will und welches Team bei der EM das Vorbild ist.

 

Nach vier Wochen Pause starten die Löwen am Montag in die lange Vorbereitung zur neuen Zweitligasaison. Vor dem Auftakt trat Cheftrainer Reiner Maurer in Freiham bei Möbel-Höffner zur Autogrammstunde auf. Die AZ traf den Allgäuer dort zum Interview.

AZ: Reiner Maurer, von Ihnen ist bekannt, dass Sie sich rund um die Uhr mit Ihrer Arbeit identifizieren. Auch in der Sommerpause Ihrer Löwen haben Sie kaum abgeschaltet – erholsam ist der Stil ja nicht gerade.

REINER MAURER: Ich habe tatsächlich versucht, auch in der freien Zeit nah dran zu sein, möglichst immer dabei zu sein. Ich finde, für einen Trainer ist das aber ganz normal. Auch wenn ich nicht frei hatte, war es für mich eine Erholungszeit, weil die normale Belastung des Alltags nicht gegeben war. Sonst lebt man ja immer von Spiel zu Spiel, da denke ich mir immer, ich darf mich keinen Tag rausnehmen. Aber für meine Verhältnisse war das schon sehr relaxt in den letzten Wochen. Ich war zwischendurch auch mal ein paar Tage in Österreich. Aber ganz abschalten kann ich nicht, das stimmt.

Sie haben eine erfolgreiche letzte Saison hinter sich mit 57 Punkten. Eigentlich wollte sich 1860 vor allem konsolidieren – doch jetzt haben Sie die Messlatte für sich selbst sehr hochgehangen.

Trotzdem reden wir nicht davon, dass wir aufsteigen müssen. Hier wurde jahrelang viel investiert, nach dem Motto: Entweder wir schaffen es oder wir gehen unter. Jetzt gehen wir mit einer soliden wirtschaftlichen Basis in die Saison, dazu waren wir als Sechster das erste Mal seit einer halben Ewigkeit in der Spitzengruppe dabei. Das war gut. Aber wir wollen uns punkte- und platzmäßig verbessern, ganz klar und dazu stehe ich. Also bleibt nur noch Platz fünf bis Platz eins, die Luft vor uns wird dünner. Favoriten sind trotzdem nicht wir, sondern die drei Absteiger. Und neben uns wollen zum Beispiel auch St. Pauli oder Ingolstadt oben angreifen. Ich sehe aber keine so deutlichen Favoriten mehr, wie es letztes Jahr Fürth und Eintracht Frankfurt waren. Hertha wird nicht mehr so stark wie vor zwei Jahren sein, auch Köln und Kaiserslautern sind für uns nicht unerreichbar. Ich denke, wir sind näher dran an der absoluten Spitze und es wird möglich sein, die Lücke zu schließen. Ich weiß, dass der Löwen-Fan sofort Erfolge sehen will. Deswegen ist es ganz wichtig, dass der Start gelingt. Wir wollen gleich vorne dabei sein.

Setzen Sie darum auch acht Wochen Vorbereitung an?

Ja, denn mein Ziel ist es, dass ich jeden einzelnen Spieler bei uns verbessern will. Und ich denke, vier Wochen Pause waren für das Team genug. Ich selbst hatte in meiner Zeit als Profi nie so lange frei. In Deutschland ist eine lange Vorbereitung immer noch ungewohnt. Aus Griechenland kenne ich das anders, auch in Russland bereiten sich manche Vereine zum Teil lange auf die Saison vor. Acht Wochen sind nicht so lange. Außerdem kann ich sie gebrauchen, da wir einige neue Spieler haben werden.

Ihre Mannschaft wird ein verändertes Gesamtbild haben. Mit Wojtkowiak und Volz kommen erfahrene Profis. Dazu sind weitere Neulinge geplant, die sich als Profis schon bewiesen haben. Und von den bisherigen Offensivkräften verlassen Aigner, Volland und Rakic den Verein.

Ja, wir wollen Spieler holen, die uns sofort verstärken. Das gilt fürs zentrale Mittelfeld und insbesondere für die Offensive, wo wir mehrere Spieler ersetzen müssen. Damit wollen wir den Fans eine Perspektive aufzeigen. Unser Ziel ist es, sie nicht nur zu ersetzen, sondern uns sogar zu verbessern.

Und zuletzt: Worauf achten Sie, wenn Sie sich gerade die Spiele der Europameisterschaft anschauen?

Mir haben vor allem die Russen gut gefallen mit ihrem schnellen Passspiel nach vorne, das war hohes Tempo. Dieses Ziel habe ich auch. Das war ja schon vergangene Saison eine unserer Stärken, und dafür wählen wir auch jetzt wieder unsere Spieler aus. Ganz wichtig ist dabei, dass der Daniel Halfar wieder fit ist, er hat uns schmerzlich gefehlt letzte Saison.

 

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