Realität oder Science-Fiction? "Tatort: Maleficius": Gibt es bereits Chips in Gehirnen?

Ulrike Folkerts und Sebastian Bezzel im "Tatort: Maleficius" Foto: SWR/Sabine Hackenberg

Kann man Patienten Chips ins Gehirn implantieren? Der "Tatort: Maleficius" wagt einen Ausflug in die moderne Medizin. Sind die beschriebenen Behandlungsmethoden Fiktion oder schon Realität?

 

Im neuen Ludwigshafen-"Tatort: Maleficius" mit Ulrike Folkerts (58) alias Lena Odenthal dreht sich alles um die Möglichkeiten der modernen Neurologie. Der von Sebastian Bezzel (48) verkörperte Superarzt schreckt dabei auch nicht vor Gesetzesübertretungen zurück, um der Forschung noch mehr Nachdruck zu verleihen. Doch in wie weit bildet der Film die realen Möglichkeiten der Medizin ab? Kann man bereits Chips in Gehirne verpflanzen oder handelt es sich hierbei um Ideen von Science-Fiction-Autoren, die sich nun sogar im "Tatort" ausleben dürfen?

Die Frage ist eigentlich leicht zu beantworten: Ja, die moderne Medizin ist bereits in der Lage, Implantate in die Gehirne einzusetzen, um bestimmte Leiden zu verbessern bzw. bestimmte Symptome sogar komplett zu beseitigen. Die Neurologie forscht tatsächlich bereits seit vielen Jahren und auf hohem Niveau in diese Richtung und misst diesen Entwicklungen in der Zukunft eine sehr hohe Bedeutung zu. In den letzten Jahren wurden dabei auch bereits erste bemerkenswerte Erfolge erzielt, die mittlerweile Einzug in die herkömmliche Therapie bestimmter Krankheiten gefunden haben.

Diese Krankheiten sind damit bereits behandelbar

So existieren schon seit einiger Zeit sogenannte Gehirn-Schrittmacher, die die Symptome von Alzheimer-, Parkinson-, Epilepsie- oder auch Tourette-Patienten deutlich abmildern können. Mit Hilfe dieser Implantate im Gehirn, können diese Menschen deutlich an Lebensqualität hinzugewinnen. Teilweise, zum Beispiel bei Tourette-Patienten, gelang es Ärzten bereits, damit ein komplettes Verschwinden der ansonsten extremen Symptome zu erreichen.

Auch für gelähmte Patienten sind ähnliche Chip-Implantate bereits in fortgeschrittenen Testphasen. Bereits 2012 gelang es zum Beispiel einem New Yorker Ärzte-Team, eine 58-jährige Frau dreidimensionale Bewegungen von Roboterarmen dank eines Implantats in ihrem Gehirn steuern zu lassen. Aufgrund eines Schlaganfalls konnte sie eigentlich vom Kopf abwärts ihren Körper nicht mehr bewegen. Bilder machten damals die Runde, wie sie eine Flasche zum Mund führte und mit einem Strohhalm daraus trank. Was zunächst ungewöhnlich anmutet, ist für viele Patienten reale Hoffnung.

Somit ist im "Tatort: Maleficius" zwar einiges ein wenig überzogen und bisweilen auch unrealistisch dargestellt, eine komplette Erfindung sind die im Krimi thematisierten neurologischen Chips und Implantate für das menschliche Gehirn aber nicht.

 

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