Real Madrid Ancelotti ist ein Königlicher

Real Madrid verpflichtet Erfolgstrainer Carlo Ancelotti und zahlt dafür 4,5 Millionen an seinen Ex-Klub Paris St. Germain. „Er ist mein Trainer!“

 

Madrid - Einen Tag nach der weltweit beachteten Vorstellung von Pep Guardiola beim FC Bayern haben auch zwei Konkurrenten des Champions-League-Siegers ihre Neuordnung auf dem Trainerposten vollzogen. Fast zeitgleich bestätigten am Dienstagmittag Real Madrid und Paris St. Germain, dass Carlo Ancelotti nach wochenlangem Tauziehen aus der französischen Hauptstadt zu den Königlichen nach Spanien wechseln und damit neuer Chef der deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Sami Khedira wird.

Nachfolger des Italieners bei PSG wird Laurent Blanc, Weltmeister von 1998 und ehemaliger Nationaltrainer der Equipe Tricolore. Real pries Ancelotti schon vor der offiziellen Vorstellung am Mittwoch in den höchsten Tönen. „Er hat international praktisch alles gewonnen und ist in drei verschiedenen Ligen Meister geworden. Er ist vertraut mit dem Druck, den die Leitung großer Teams mit sich bringt, und sein Name ist die Garantie für ein spannendes Projekt“, hieß es in einem offiziellen Klub-Statement. Vorherige Stationen des 54-Jährigen waren der FC Chelsea, der AC Mailand, Juventus Turin, der AC Parma und AC Reggiana. Mit Guardiola verbindet Milans ehemaligen Mittelfeldakteur ein beachtlicher Erfolg: Beide gehören zu einer nur sechsköpfigen Gruppe von Fußball-Granden, die als Trainer und Spieler die Champions League beziehungsweise den Europapokal der Landesmeister gewonnen haben. Ancelotti hatte Paris in der vergangenen Saison zur Meisterschaft geführt, zuvor war ihm dies bereits mit Milan (2004) und Chelsea (2010) gelungen. Sein größter Erfolg ist jedoch der zweimalige Gewinn der Champions League mit Milan in den Jahren 2003 und 2007. Mit den Italienern hatte Ancelotti schon als Spieler 1989 und 1990 die Königsklasse gewonnen.

„Er ist mein Trainer“, hatte Real Madrids mächtiger Präsident Florentino Perez schon am Montag in einem Interview verkündet. Die neureichen Pariser hatten sich wochenlang gegen einen Wechsel des Erfolgscoaches gesträubt, mussten aber am Ende auch dem Wunsch Ancelottis entsprechen. Eine Ablösesumme von 4,5 Millionen Euro soll bei der Entscheidungsfindung geholfen haben. In Madrid ersetzt er den zuletzt ungeliebten Jose Mourinho, der zum FC Chelsea gewechselt ist und ebenfalls zu einem bemerkenswerten Wechselspiel auf den Cheftrainerposten gleich mehrerer großer Klubs beitrug: Neben den Bayern, Real, Chelsea und Paris gehen auch die Schwergewichte Manchester United (David Moyes) und Manchester City (Manuel Pellegrini) in der kommenden Saison mit neuen Trainern auf Titeljagd. Ancelotti fällt bei Real die schwierige Aufgabe zu, endlich die „Decima“ zu vollenden: Seit dem Endspielsieg gegen Bayer Leverkusen in Glasgow 2002 warten die Königlichen auf ihren zehnten Titel im wichtigsten europäischen Klubwettbewerb.

Quasi als Begrüßungsgeschenk werden dem Italiener wohl auch ein paar Spieler überreicht: Die Verpflichtung von U21-Europameister Isco vom FC Malaga für etwa 30 Millionen Euro ist so gut wie perfekt, Gareth Bale (Tottenham Hotspur) und Luis Suarez (FC Liverpool) könnten noch folgen. Dass auch PSG trotz des verlorenen Tauziehens um Ancelotti nicht klein beigeben wird, machte schon das Statement der milliardenschweren katarischen Investoren zum Wechsel deutlich: „Die Geschäftsführung von Paris St. Germain hat Laurent Blanc den Auftrag gegeben, auf die vergangene Saison aufzubauen und den Aufstieg des Klubs Richtung Gipfel des europäischen Fußballs fortzusetzen.“ Eine der vordringlichsten Aufgaben Blancs dürfte es sein, Zlatan Ibrahimovic zu beschwichtigen. Der Superstar stand Ancelotti nahe und hatte Konsequenzen für den Fall eines Wegganges des Italieners nicht ausgeschlossen.

 

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