Razzia in ganz Hessen Terrorverdacht: Polizei durchsucht Häuser und Moscheen

, aktualisiert am 01.02.2017 - 10:19 Uhr
Große Anti-Terror-Razzia in Hessen. Die Polizei durchsuchte auch die Bilal-Moschee in Frankfurt. Foto: Boris Roessler/dpa

In ganz Hessen durchsucht die Polizei wegen Terrorverdachts in einer Groß-Razzia seit den frühen Morgenstunden Objekte.

 

Frankfurt - Bei einer groß angelegten Razzia gegen islamistischen Terror in Hessen hat die Polizei am Mittwoch einen 36 Jahre alten Tunesier festgenommen. Der mit Haftbefehl gesuchte Mann wird verdächtigt, als Anwerber und Schleuser für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aktiv gewesen zu sein und ein Netzwerk von Unterstützern aufgebaut zu haben, um einen Terroranschlag in Deutschland zu verüben. Ein konkretes Anschlagsziel habe er aber noch nicht gehabt. Die Planung sei in einer frühen Phase gewesen, teilte die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt mit.

Die Ermittlungen richten sich insgesamt gegen 16 Beschuldigte im Alter zwischen 16 und 46 Jahren. Die Polizei durchsuchte am frühen Mittwochmorgen 54 Wohnungen, Geschäftsräume und Moscheen in Hessen. Schwerpunkt war das Rhein-Main-Gebiet. Die Verdächtigen werden beschuldigt, eine ausländische terroristische Vereinigung unterstützt und eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben.

Gegen den Tunesier hatte das Oberlandesgericht Frankfurt bereits am vergangenen Donnerstag Haftbefehl erlassen. Er habe sich am frühen Mittwochmorgen in Frankfurt widerstandslos festnehmen lassen und sitzt inzwischen in Haft.

Über 1000 Polizisten im Einsatz

Rund 1100 Polizeibeamte waren im Einsatz, sie durchsuchten Wohnungen, Geschäftsräume und Moscheen in Frankfurt, Offenbach, Darmstadt, Limburg und Wiesbaden sowie in den Kreisen Offenbach, Groß-Gerau, Marburg-Biedenkopf und Main-Taunus.

Der hessische Innenminister Peter Beuth sagte, die Polizei habe frühzeitig eingegriffen. "Mit den Maßnahmen senden wir eine deutliche Botschaft an die radikalen Islamisten in Hessen: Wir haben die Szene fest im Blick", sagte der CDU-Politiker. "Wir dulden in unserem Land keine verblendeten Fanatiker, die unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung ablehnen, die unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit Hassbotschaften verbreiten und zum Kampf gegen Andersgläubige aufrufen."

Eine Anti-Terror-Razzia gab es auch in Berlin. In der Hauptstadt sind am Dienstag bei einem Anti-Terror-Einsatz drei Männer verhaftet worden.

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