Raumfahrt-Jubiläum 50 Jahre Mondlandung: Verschwörungstheorien auf dem Prüfstand

So hat die AZ damals getitelt – und auch an den folgenden Tagen die Leser mit allen Informationen rund um die Mondlandung versorgt. Foto: dpa/ AZ-Archiv

Auch 50 Jahre nach dem "großen Schritt für die Menschheit" halten sich Zweifel, die Mondlandung sei gar nicht wirklich passiert. Behauptungen unter der Lupe.

 

Zugegeben, es ist noch immer unfassbar: Menschen flogen zum Mond (erstmals 1969), fuhren dort Auto und spielten sogar Golf (beides 1971).

Der 21. Juli 1969 ist dabei ein Meilenstein in der Geschichte der Menschheit. Die Landung der Mondlandefähre "Eagle" – deswegen sagte Neil Armstrong nach dem Aufsetzen "The eagle has landed" – bildete das Finale eines Wettlaufs der Sowjetrussen mit den US-Amerikanern. Doch 50 Jahre später bezweifeln immer noch manche, dass tatsächlich Menschen auf dem Erdtrabanten waren. Sie glauben, die Aufnahmen seien im Studio entstanden. Fünf Behauptungen dazu im Check:

Die "wehende" Flagge

Die "wehende" US-Flagge ist das anschaulichste Beispiel für die angeblich gestellte Mondlandung. Da auf dem Mond kein Wind bläst, dürfe die Fahne nicht wehen, monieren Kritiker. Allerdings: Die Bewegungen des Stoffes, der an einer Querstrebe hängt, stammen von keiner Brise, sondern von Erschütterungen des Fahnenmastes – etwa beim Einstecken oder Ausrichten, wie Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) sagt. Da der Mond keine Atmosphäre hat, wird das Wackeln des Stoffes kaum gebremst.

Fußabdrücke im Mondstaub

Viele Bilder zeigen Spuren der Raumfahrer im Mondstaub. Wie kann der knochentrockene Staub die Form halten, fragen Kritiker. Urs Mall vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung erklärt die gute Bindung vor allem mit der Konsistenz des feinen Mondstaubs. Dessen Bausteine seien nie durch Wind oder Wasser abgeschliffen worden, kantig geblieben und hafteten daher besonders gut aneinander.

Zu niedrige Hüpfer

Die Sprünge der Astronauten auf der Mondoberfläche seien zu niedrig, wenden Zweifler ein. Angesichts der geringen Gravitation – etwa ein Sechstel der irdischen Schwerkraft – hätten die Raumfahrer meterhoch springen können. Mall führt die niedrigen Hüpfer vor allem auf die etwa 85 Kilo schweren Raumanzüge und die eingeschränkte Beweglichkeit zurück. Aus Sicherheitsgründen hätten sich die Raumfahrer mit kleinen Hüpfern oder Trippelschritten bewegt.

Wiederkehrende "Kulissen"

Ähnlichkeiten der Mondlandschaft auf verschiedenen Bildern gelten als Beleg dafür, dass im Studio stets gleiche Kulissen verwendet wurden. Allerdings verwundern wiederkehrende Motive nicht, schließlich machten die Astronauten an ihren Landestellen Tausende Fotos aus verschiedenen Perspektiven, wie Mall erläutert. Zudem sagt er, dass sich die Landschaften an den Landestellen ohnehin stark ähneln – auch weil markante optische Elemente wie auf der Erde fehlten.

Der Schattenwurf passt nicht

Dass Schatten auf den Bildern in verschiedene Richtungen verlaufen oder gestaucht sind, führen Kritiker auf verschiedene Lichtquellen zurück. Grund dafür sind laut Mall vor allem Unebenheiten der Mondoberfläche. Dadurch können Schatten länger, kürzer oder verzerrt erscheinen. Die Nasa äußert sich zu Fälschungstheorien grundsätzlich nicht. Doch sie hat vor einigen Jahren Bilder der Mission "Lunar Reconnaissance Orbiter" (LRO) veröffentlicht. Die Raumsonde hatte Aufnahmen von Apollo-Landestellen in hoher Auflösung zur Erde gefunkt.

Auch wenn sie hartnäckige Zweifler nicht umstimmen mögen – die Bilder zeigen neben zurückgelassenen Instrumenten die Spuren der Rover und Fußspuren der Astronauten. Noch ein Beleg: die über 380 Kilo Mondgestein, die die Astronauten zur Erde mitbrachten. Im Gegensatz zu den Mondmeteoriten, die auf die Erde fielen, wurden diese Brocken nicht durch ihre Reise durch die Erdatmosphäre verändert.

 

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