Rathaus Lampen-Trick: So spart die Stadt Nürnberg Millionen!

Monteur Günther Probst tauscht hoch über der Inneren Cramer-Klett-Straße eine 40 Jahre alte Leuchtstoff- gegen eine moderne Leuchte aus. Foto: News5

Durch den Einsatz moderner Technik hat sich die Stromrechnung halbiert. Trotzdem wird's auf unseren Straßen nicht dunkler

 

NÜRNBERG Norbert Hirschmann und seine Männer sind ihr Geld wert. Der Technik-Chef beim Servicebetrieb öffentlicher Raum (SÖR) tüftelt seit Jahren an einem effizienten Beleuchtungssystem für Nürnbergs Straßen. Weil SÖR konsequent Energiesparlampen einsetzt, spart die Stadt jedes Jahr 18 Millionen Kilowattstunden Strom, ohne dass es düsterer wird. Das entspricht dem Stromverbrauch aller Privathaushalte einer Kleinstadt von der Größe Eichstätts – und bringt unterm Strich eine Ersparnis von jährlich 2,8 Millionen Euro!

Seit 1980 ist Hirschmann für die 47.000 Straßenleuchten zuständig. „Wenn wir die Technik von damals heute weiterhin in Betrieb hätten, dann hätten wir heute doppelt so hohe Stromkosten“, rechnet er vor. Zumal die Länge der beleuchteten Straßen und Wege von 950 Kilometern im Jahr 1980 auf knapp 1200 Kilometer angestiegen ist.

Möglich machen das Speziallampen. „Die haben aber nichts mit den Energiesparbirnen zu tun, wie sie im Privathaushalt zum Einsatz kommen“, sagt Hirschmann. Seine Wunderwaffen gegen hohe Stromkosten heißen Halogenmetalldampf- und Natriumdampf-Lampen.

LEDs konnten die Experten nicht überzeugen

Erstere erzeugen weißes Licht und werden in der Altstadt eingesetzt. Letztere gelbliches Licht, das die Straßen außerhalb der City erleuchtet. Hirschmanns Dampf-Lampen erzeugen pro Watt elektrischer Leistung doppelt soviel Licht wie herkömmliche Energiesparlampen. „Aber für den Privathaushalt sind solche Speziallampen nichts. Da passt die Lichtfarbe nicht, und es dauert einige Minuten, bis sie ihre volle Leistung bringen.“

Alle drei bis vier Jahre müssen die Lampen in den Straßenleuchten ausgetauscht werden: „Dann lässt die Leistungsfähigkeit nach – und es steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Lampen ausfallen.“

Deshalb werden sie dann auch immer straßenweise ausgetauscht. „Das ist billiger, als wenn wir für jede kaputte Lampe einzeln losfahren müssten“, sagt Hirschmann. Die einzelnen Lampen kosten übrigens – je nach Technik – zwischen zehn und 20 Euro. 80 Prozent der Lampen haben eine Leistung von 50 bis 70 Watt. Große Kreuzungen werden mit 250 Watt beleuchtet.

Auch sparsame LEDs hat Hirschmann schon getestet. Die sollen bis zu zwölf Jahre halten, „doch die Leistungsfähigkeit dieser Leuchten hat uns noch nicht überzeugt“. Allerdings werden diese Mini-Leuchten beim neuen Kettensteg zum Einsatz kommen: „Das machen wir auch wegen des Denkmalschutzes. Die LEDs sind so klein, dass man sie nur sieht, wenn sie leuchten“, so SÖR-Werkleiter Karlheinz Kubanek. Nur für die Weihnachtsbeleuchtung werden noch Glühbirnen verwendet. Michael Reiner

 

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