Rathaus-Fraktion reicht Paket ein Verbesserungen gefordert: Münchner CSU geht in die Kita-Offensive

Die Rathaus-CSU sieht Verbesserungsbedarf bei den Kitas (Symbolfoto). Foto: Peter Kneffel/dpa

Flexiblere Zeiten und eine faire finanzielle Förderung! Das wünscht sich die Rathaus-Fraktion der CSU für Kitas in München.

 

München - Wenn sich der Job an die Betreuungszeiten anpassen muss, dann ist etwas schiefgelaufen, findet CSU-Stadträtin Alexandra Gaßmann. Glücklicherweise sei es in München zwar relativ einfach, eine Arbeit zu finden. Einen umso größeren Missstand sieht die Stadträtin genau dann, wenn sich Familien überlegen müssen, ob die Arbeit zu ihrer Kinderbetreuung passt. "Es müsste anders herum sein: Die Betreuungszeiten müssen auf die Familie und die Jobs zugeschnitten werden", sagt die Stadträtin.

"Wir sind in München zwar schon relativ gut aufgestellt. Aber es gibt dennoch noch immer Nachbesserungsbedarf", sagt Gaßmann, die bis kürzlich Landesvorsitzende des Bayerischen Verbandes kinderreicher Familien war. Um einiges im Bereich Kinderbetreuung anzustoßen, will die Rathaus-CSU am Mittwoch ein sechsteiliges Kita-Paket einreichen.

Rathaus-CSU will Kita-Paket einreichen

"Wir haben uns einfach einmal umgeschaut, was man in der Stadt noch optimieren könnte - und haben einiges gefunden", kündigt Gaßmann an. Ein Beispiel ist die Forderung der CSU, dass auch Eltern, die ihre Kinder in privaten, nicht der Münchner Förderformel angeschlossenen Einrichtungen betreuen lassen, finanzielle Hilfe erhalten. "Und zwar in gleichem Maße wie städtische Kitas", so Gaßmann. Für sie ist das eine "Sache der Gerechtigkeit".

Insgesamt wünschen sich die Stadträtin und ihre Partei "deutlich flexiblere Zeiten". Gaßmann, die selbst neunfache Mutter ist, sagt: "Vor allem für Mütter, die im Hotelbereich, als Krankenschwestern oder in der Gastronomie arbeiten, ein wichtiges Thema." Gaßmann fasst zusammen: "Es gibt in dem Bereich viel Potenzial. Man muss es nur fördern."

Kita-Plan: Die CSU-Punkte im Überblick

1. Ausländische Erzieher gewinnen 

Um eine flexiblere Betreuung in der Stadt anbieten zu können, braucht es zunächst einmal mehr Erzieher. Doch gerade in dem Bereich herrscht Fachkräftemangel. Eine Lösung seien hier ausländische Fachkräfte - etwa Geflüchtete. "Selbst, wenn die über eine gleichwertige Qualifikation verfügen, dauert das Anerkennungsverfahren oft sehr lange", beobachtet Gaßmann.

Die CSU-Fraktion fordert deswegen: Die Stadt muss Wege aufzeigen, wie dieses Verfahren beschleunigt werden kann! Die CSU will in dem Zusammenhang auch eine Darstellung der Anzahl der Anträge. "Die Stadt soll zudem zeigen, wie lange ein solches Verfahren dauert und wie viele Anträge ausländischer Bewerber abgelehnt werden", sagt Gaßmann

2. "Kita-Finder" verbessern

Grundsätzlich ist die Einführung des "Kita-Finders", auf dem Familien digital gezielt nach einem Betreuungsplatz suchen können, eine große Erleichterung, findet die CSU-Fraktion. "Dennoch zeigen vielen Beschwerden, dass die Website zu unübersichtlich ist", sagt CSU-Stadträtin Alexandra Gaßmann.

Auch wenn freie Plätze vorhanden seien, erfolge die Vermittlung oft sehr verzögert. Viele Eltern hätten bis dato noch keinen Platz zugesichert bekommen und seien extrem verunsichert, ob bis zum Start des neuen Kita-Jahres im September überhaupt einer gefunden werden kann. Der "Kita-Finder" müsse darum dringend ausgebaut werden. "Er muss so verbessert werden, dass Eltern platzgetreu, transparent und benutzerfreundlich einen Platz für ihre Kinder zugewiesen bekommen", fordert die Fraktion.

3. Digitalisierung der Schließtage

Neben der grundsätzlichen Verbesserung des "Kita-Finders" soll die Stadt einen weiteren Service für Eltern einrichten, schlägt die CSU-Fraktion vor: Ein digitaler Schließkalender soll direkt auf der Webseite des "Kita-Finders" integriert werden. So könnten Eltern die Schließ- und Sonderöffnungszeiten Kitas mit einem Klick in ihren persönlichen Kalender integrieren.

4. Mini-Kitas und Betriebskindergärten

"Für viele Eltern ist ein Betreuungsangebot für ihre Kinder am Arbeitsplatz perfekt, um Beruf und Familie vereinbaren zu können", sagt Stadträtin Alexandra Gaßmann (CSU). Das sollten Betriebe beherzigen, sagt die Stadträtin. Denn die Betriebe, die Kinderbetreuung anbieten, würden auch leichter die benötigten Fachkräfte finden. "Darum ist es wichtig, dass betriebliche Kita-Plätze ausgebaut werden", sagt Gaßmann.

Ein interessantes Modell seien Mini-Kitas. Die Idee: Maximal zehn Kinder zwischen null und sechs Jahren werden von pädagogischen Fachkräften auf 100 bis 150 Quadratmeter Fläche betreut. "Der Arbeitgeber könnte sich hier vor allem durch die Übernahme von Infrastrukturkosten beteiligen", schlägt die CSU in ihrem Antrag vor.

Die Fraktion fordert: Bildungs- und Wirtschaftsreferat sollen dazu beauftragt werden, eine Informationskampagne bei Firmen, Kliniken und Universitäten zu starten, um über betriebliche Betreuungsmöglichkeiten aufzuklären.

5. Mehr Wald- und Naturkindergärten

Das Baureferat soll aktiv Grünflächen ausfindig machen, auf denen mobile Kindergärten entstehen können.

"Waldkindergärten oder Naturkindergärten, meist von Elterninitiativen getragen, gibt es in München schon vereinzelt", sagt Stadträtin Alexandra Gaßmann. Etwa den Waldkindergarten Trudering oder den Naturkindergarten Isarauen.

Das Besondere: Die Kinder verbringen die meiste Zeit im Freien. "Nur für schlechtes Wetter muss ein Container oder Bauwagen aufgestellt werden", sagt Gaßmann.

Mit mehr Wald- und Naturkindergärten könne man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Kinder würden möglichst naturnah betreut und es könne mit den "mobilen Kitas", ohne großen baulichen Aufwand, ein größerer Bedarf an Plätzen gedeckt werden.

6. Finanzielle Hilfe für alle

Auch Eltern, die ihre Kinder in privaten, nicht der Münchner Förderformel angeschlossenen Kindergärten betreuen lassen, sollen künftig durch die Stadt in der gleichen Höhe finanziell entlastet werden wie Eltern, deren Kinder städtische Einrichtungen besuchen, fordert die Rathaus-CSU.

"Private Kinderbetreuungseinrichtungen kosten deutlich mehr als städtische Kitas", sagt Stadträtin Alexandra Gaßmann (CSU). Jedoch könnte die Stadt ohne dieses Angebot nicht den gesetzlichen garantierten Anspruch auf einen Kita-Platz erfüllen, argumentiert ihre Fraktion in dem Antrag.

"Es wäre nur fair, wenn Eltern, die ihre Kinder in einer privaten Kita betreuen lassen - müssen oder wollen - zumindest die gleiche finanzielle Unterstützung bekommen", sagt Alexandra Gaßmann.

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