Rathaus Ein Tunnel für grüne Olympische Spiele

Ein 300 Meter langer Tunnel für den Isarring im Englischen Garten. Foto: Grub-Lejeune

MÜNCHEN - „Unerträgliche Schneise durch den Englischen Garten“: Münchner Architekten wollen, dass die Stadt die Untertunnelung des Isarrings in die Bewerbung für Ökologische Olympische Spiele 2018 aufnimmt

 

Wie berichtet, hatten beide im März die Idee, den Isarring durch den Englischen Garten auf 300 Meter zu untertunneln: Der Isarring durchschneide empfindlich den Englischen Garten und sei eine schwer überwindbare Barriere. Zudem muss die Stadt ohnehin was tun: Seit der Richard-Strauss-Tunnel fertig ist, staut sich dort der Verkehr.

Aktuell prüft die Stadt, eine dritte Fahrspur zu bauen, die aber die Schneise verbreitert. Das kostet mindestens fünf Millionen, der Tunnel wird auf 50 Millionen geschätzt. „Vom Tunnel haben alle etwas“, so Petra Lejeune, „nicht nur die Autofahrer, sondern auch die vielen Menschen im Englischen Garten.“ Die Olympischen Spiele wären eine Chance: „Die Münchner Olympia-Bewerbung wurde unter das Motto „Grüne Spiele“ gestellt“, so die Architekten. Da sei die Wiedervereinigung der beiden Teile des Englischen Gartens „ein nachhaltiger Beitrag“. Damit erfülle das Projekt nicht nur die IOC-Anforderung, ein grünes Vermächtnis zu hinterlassen, sondern entspreche auch Hundertprozentig dem Motto „Grüne Spiele“.

OB Ude findet die Tunnel-Idee „sehr sympathisch“ und meint, dass „die Durchschneidung des Englischen Gartens von Anfang an unerträglich war und nach einer besseren Lösung“ verlange. Er sehe aber keine Möglichkeit, das Projekt zu finanzieren. „Für die Olympischen Spiele 2018 sollen in München rund drei Milliarden Euro investiert werden“, so Hermann Grub, „da sind 50 Millionen für den Tunnel nur 1,7 Prozent.“

„Für die Olympischen Spiele 2018 sollen in München rund drei Milliarden Euro investiert werden“, so Hermann Grub, „da sind 50 Millionen für den Tunnel nur 1,7 Prozent.“ Die Architekten haben Erfahrung, Geld für anscheinend hoffnungslose Projekte zu sammeln: In Stuttgart hatten sie vor Jahren vorgeschlagen, die vielen Projekte für die Naturierung des Neckarraumes zu bündeln. Aus der Skepsis wurde ein Hype – und am Ende bekamen sie 150 Millionen Euro dafür vom Bund. Heute ist es ein Prestigeprojekt für die Region. Willi Bock

 

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