Rat einer Putzexpertin Chemie, Wasser und Einwegprodukte: Umweltsünden im Haushalt

Auch beim Putzen kann man einiges falsch machen. (Symbolbild) Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Zu viel Küchenrolle, zu häufiges Waschen, unnötige Reinigungsmittel: Wo (unerwartete) Fallen lauern und welche Alternativen es gibt, erklärt eine Putzexpertin von Helpling.

 

München - Im Jahr verbraucht der Deutsche im Schnitt 2.300 Liter Putz- und Spülwasser, 19 Kilo Küchenrolle und Ähnliches und er wäscht 286 Kilo Wäsche. Die Online-Vermittlungsplattform Helpling erklärt, wie nachhaltiger geputzt werden kann. 

These l - Abwaschen per Hand ist nicht so umweltfreundlich

Wer mit Hand abspült und keine Spülmaschine bemüht, spart Wasser und wäscht umweltfreundlicher? Falsch! Das sagt die Online-Vermittlungsplattform Helpling. Entscheidend dabei ist allerdings: Dass die Spülmaschine wirklich voll ist und nicht fünf Teller allein gespült werden. "Volle Spülmaschinen verbrauchen im Schnitt ganze 50 Prozent weniger Wasser", teilt Helpling mit.

Was weiter zu beachten ist: Der Filter sollte sauber sein, damit die Sprüharme sich drehen können, und die Klappe des Tab-Behälters sollte sich problemlos öffnen. "So wird ihr Geschirr sauber und Sie sparen umweltschädliches Nachspülen per Hand."

These II - Die Hälfte der empfohlenen Putzmittel-Menge reicht

Bei der Dosierung von Putzmitteln ist weniger wirklich mehr. Helpling teilt mit: "Oft reicht sogar schon die Hälfte der Herstellerempfehlung." Beim Spülen seien bereits zwei bis drei Tropfen des Spülmittels genug – denn zu viel Schaum verhindere sogar, dass die Fasern des Schwammes den Schmutz aufnehmen können. "Beim Wäschewaschen reichen sogar zwei Esslöffel des Waschmittels für eine volle Waschmaschine vollkommen aus”, sagt Reinigungsexpertin Roxanna Pelka.

These III - Wir waschen zu viel Wäsche

Allein die Deutschen pumpen jährlich acht Millionen Tonnen CO2 in die Luft, wenn sie Kleidung waschen. "Um das wieder zu binden, müssten 64.000 Buchen gepflanzt werden", so Helpling. Das liegt vor allem daran, dass zu häufig gewaschen wird. Aber: Eine Studie der Universität Alberta hat bewiesen, dass sich auf einer Jeans nach 15 Monaten Tragezeit nicht wesentlich mehr Bakterien befinden als nach zwei Wochen. Expertin Pelka rät: "Waschen Sie Ihre Kleidungsstücke, wenn sie wirklich schmutzig sind oder unangenehm riechen. Ansonsten reicht häufig schon lüften." Putz- oder Handtücher müssten aber jede Woche in die Wäsche.

These IV - Chemie kann ganz leicht vermieden werden

Die umweltfreundlichen Alternativen beim Putzen werden immer beliebter, viele neue Ratgeber im Buchhandel beschäftigen sich damit: Essig, Backpulver und Zitronensaft. "Damit bekommen Sie alltäglichen Schmutz ohne Weiteres entfernt." Die Hausmittel sind Helpling zufolge praktisch beim Entkalken, beim Wischen oder auch zum Entfernen von Bakterien. "Die Kombination von Essig und Backpulver bekommt verstopfte Abflüsse genauso frei wie umweltschädliche Rohrreiniger." Tipp: Vier Löffel Backpulver in den Abfluss geben und mit einem Becher Essigessenz nachspülen.

These V - Einweg-Utensilien sind ersetzbar

Sie denken jetzt sicherlich als erstes an Einweghandschuhe. Aber es geht um: Küchenrolle. Die Verbraucherzentrale schreibt auf ihrer Internetseite: "Küchenrollen und Toilettenpapier, Papiertaschentücher und -servietten verbrauchen die Deutschen inzwischen en masse. Im Schnitt brachte es 2017 jeder auf über 19 Kilogramm im Jahr, ein Anstieg von mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 2004."

Die Alternative zu Küchenrolle laut Helpling: "Lassen Sie Küchenrolle für Handtücher weichen, die Sie regelmäßig waschen können." Neben der Küchenrolle seien Einweg-Wischtücher die größte Umweltsünde – "diese sollten Sie in jedem Fall durch waschbare Wischmopps ersetzen." Auch Toilettensteine mit Plastikfassung sind demnach bei einer regelmäßigen Toilettenreinigung überflüssig.

These VI - Abfall lässt sich zum Putzen wiederverwerten

Kaffeesatz, Zitronenschalen und Bierreste kann man allesamt zum Putzen verwenden – und damit der Umwelt wieder etwas Gutes tun. Statt Duftmittel im Badezimmer oder in der Küche lässt sich Kaffeesatz einsetzen. Diesen kann man auf Ablageflächen im Bad oder in der Küche platzieren, so werden unangenehme Gerüche neutralisiert.

Chemische Mittel zum Polieren braucht es ebenfalls nicht: "Mit Zitronenschalen lassen sich Armaturen polieren und Wassertropfen entfernen: einfach ausgepresste Schale über die Stellen reiben, abspülen und nachtrocknen." Und Bier? Ein paar Tropfen genügen, um alte Holzmöbel wieder aufzupolieren und auch hier spezielle Mittel einzusparen.

These VII - Man braucht nicht immer heißes Wasser zum Putzen

Wer nur mit heißem Wasser putzt, dem sagt die Expertin von Helpling: Das ist nicht immer sinnvoll. Roxanna Pelka erklärt: "Viele Allzweck- und Bodenreiniger sind Kaltwasserreiniger. Das bedeutet, dass heißes Wasser ihre Wirkweise sogar zerstört." Und noch ein Putztipp: Ein halb voller Wassereimer reiche für einen normalen Wohnungsputz in der Regel vollkommen.

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