Radweg-Debatte geht weiter Fraunhoferstraße: Kommen doch noch Stellplätze für Lieferanten?

So sieht es in der Fraunhoferstraße aus. Foto: Daniel von Loeper

Radwege in der Fraunhoferstraße: Der Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern kritisiert die Münchner Verkehrspolitik.

 

München - Eines ist sicher: Franz Xaver Peteranderl, Präsident der Handwerkskammer für München und Oberbayern, gehört nicht zu den Fans des neuen Radwegs an der Fraunhoferstraße. "Wie man es nicht machen sollte, lässt sich aktuell dort beobachten", sagte der Kammerpräsident am Dienstag.

Fraunhoferstraße: Braucht es Parkplätze für Lieferanten?

Anfang der Sommerferien sind in der Straße im Glockenbachviertel 120 Parkplätze gestrichen worden und durch rot markierte - und sichere - Radwege ersetzt worden. Es führe zu Frust, so Peteranderl, wenn für Handwerker Anliefern von Material, Ausliefern von Ware und ihre Dienstleistung nur noch möglich ist, wenn Verkehrsvorschriften übertreten werden.

"Wir unterstützen ausdrücklich den Vorschlag der Firma Kilian, in der Fraunhoferstraße einzelne Stellplätze für Lieferanten einzurichten und dafür den Radweg zu verschmälern", sagt Peteranderl und fordert: "Es muss dort weiter gehalten und geparkt werden können."

Höhere Strafen für Falschparker: Problem für Handwerker?

Dazu komme, dass das Bundesverkehrsministerium in Zukunft höhere Bußgelder plane, die das Parken in zweiter Reihe, auf Geh- und Radwegen sowie das Halten auf Schutzstreifen künftig mit bis zu 100 Euro und Punkten in Flensburg sanktionieren.

Das kann Ärger erzeugen. Denn Handwerkern droht dadurch ein Führerscheinentzug, der in ihrem Beruf "existenziell wichtig" sei. "Die Betriebe müssen sich mit ihren Fahrzeugen in der Stadt frei bewegen können, um erfolgreich zu wirtschaften", gibt Peteranderl bei der Veröffentlichung der aktuellen Konjunkturumfrage der Kammer zu bedenken.

Wachstumsprognosen: Sorgen um das Handwerk

Wirtschaftlich gilt für München und Oberbayern die Lage des Handwerks noch als "gut". In 79.299 Betrieben arbeiten hier etwa 314.000 Mitarbeiter. Doch befürchtet der Kammerpräsident einen gewissen Abschwung: "Das Handwerk wird sich den nach unten korrigierten Wachstumsprognosen für die deutsche Wirtschaft nicht auf ewig entziehen können."

Einmal schwächelt der Maschinenbau und die Autoindustrie, was die Handwerke für gewerblichen Bedarf zeitverzögert spüren werden. Ein anderes ungünstiges Zeichen: "Die Wohnungsbaugenehmigungen in Oberbayern haben zwischen Januar und August 2019 das Vorjahresniveau deutlich unterschritten", bedauert Franz Xaver Peteranderl. Viele Baugenehmigungen steckten in Rechtsverfahren.

Die Konjunktur gerade der Baubranche ist so wichtig, weil sie die Masse der hiesigen Handwerksbetriebe betrifft. Ein Überblick über die wichtigsten Branchen: 40 bis 50 Prozent der Handwerker arbeiten im Bereich Bau, 13 Prozent im Lebensmittelhandwerk, 20 Prozent im Kfz-Handwerk.

Lesen Sie hier: Kritik am Ist-Zustand - Die "Katastrophe" Fraunhoferstraße

 

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