Radler verklagt die Stadt München Streit um Pasinger Radweg vor Gericht

An der Lortzingstraße geht’s für Radler nicht weiter. Foto: Daniel von Loeper

Verwaltungsgericht: Ein Radler und Mitglied vom ADFC verklagt die Stadt München wegen der Situation am Pasinger Bahnhof.

München - Richter Dietmar Wolff ist nach eigener Aussage ein "leidenschaftlicher Radler". Also ist er mit seinen Kollegen kürzlich zum Pasinger Bahnhof geradelt. Aus beruflichen Gründen. Denn der Radweg an der Josef-Felder-Straße ist zum Zankapfel zwischen ADFC und der Stadt München geworden – einschließlich einer Klage beim Bayerischen Verwaltungsgericht.

Mitglied des ADFCs verklagt die Stadt München 

Da der ADFC als Verband selber nicht klagen darf, ist mit Martin Feldner (60) ein Gräfelfinger Mitglied in die Bresche gesprungen. Er sei seit kurzer Zeit persönlich betroffen, sagt Feldner, weil er öfters nach Obermenzing radle. Das wird er noch im Detail begründen müssen, ansonsten drohe ihm laut Gericht, dass die Klage gar nicht erst zugelassen wird.

"Ich möchte in Reisegeschwindigkeit durch Pasing fahren können", begründet Feldner sein Anliegen gestern. Zunächst geht ihm darum, dass auf der Josef-Felder-Straße zwischen Landsberger Straße und der Einmündung in die Lortzingstraße ein durchgehender Radweg entsteht.

Planungsfehler zu Lasten der Radfahrer

Feldner: "Bürger und Politik sprechen von Radverkehrsförderung und Fahrrad-Schnellwegen. Im Ortszentrum von Pasing darf auf dem Marienplatz und einem Teilstück der Bodenseestraße nur in Schrittgeschwindigkeit geradelt werden. Hinter dem Bahnhof ist das Radfahren ganz verboten."

Er kritisiert Planungsfehler rund um den Umbau: "Zuletzt wurde auf dem neuen Bahnhofsvorplatz der Radweg gesperrt zugunsten der in der Planung vergessenen, für die Bürger aber unverzichtbaren Taxistellplätze."

Stadt lehnt vorgeschlagenen Runden Tisch ab

Die Stadt blocke: "Wir finden es enttäuschend, dass die Stadtverwaltung bei der Verhandlung den Vorschlag des Gerichts zu einem Runden Tisch abgelehnt hat."

Richter Wolff wird am 17. April noch einmal zum Pasinger Bahnhof fahren. Diesmal aber wohl nicht mit dem Rad. Kammer, Kläger und Stadt sollen sich vor Ort noch einmal ein Bild machen. Und dann neu verhandeln.

 

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