Pyrotechniker im AZ-Interview Malerei im Himmel: Das Feuerwerk am Münchner Olympiasee

, aktualisiert am 18.07.2019 - 14:23 Uhr
Das Feuerwerk gehört fest zum Sommernachtstraum dazu. (Archivbild) Foto: Christian Rudnik

Der weltweit gefragte Pyrokünstler Thomas Jorhann hat das Feuerwerk für den Sommernachtstraum am Münchner Olympiaturm mitgeplant.

 

München - Samstag wird der Himmel über dem Olympiasee wieder lichterloh brennen. Das größte Feuerwerk Deutschlands beginnt um 22.15 Uhr.

Der Münchner Chef-Pyrotechniker Thomas Jorhann (50) erzählt, was zu sehen sein wird.

33 Minuten Feuerwerk über dem Olympiasee

AZ: Herr Jorhann, was werden Sie den Zuschauern dieses Jahr zeigen?
Thomas Jorhann: Wir werden 33 Minuten lang über 10.000 verschiedene Effekte in die Luft zaubern und Lichtbilder erzeugen. Was genau – das bleibt geheim.

Was ist dieses Jahr neu?
Das Feuerwerk auf dem See ist erstmals kreisförmig angeordnet und hat einen Durchmesser von 125 Metern.

Was ist das Motto 2019?
Die Inszenierung heißt "Circle of Light" und das Motto ist heuer Soundtracks. Also Filmmusik.

Welche Musik wird dann zu hören sein?
Eine gute Mischung, Songs mit hohem Wiedererkennungswert, von Mission Impossible bis Pulp Fiction, aber auch Melodien aus Schindlers Liste. Wir wollen auch mithilfe der Musik ganz verschiedene Emotionen wecken.

Einen kleinen Vorgeschmack auf Samstag sehen Sie im Video

Freude beim Feuerwerk in München

33 Minuten – das klingt nach einer langen Zeit.
Die Gäste sollen abschalten können und in eine andere Welt entführt werden. Für einen Feuerwerker ist es das Schönste, wenn man merkt, dass sich die Leute nur auf die Lichter konzentrieren.

Welche Reaktionen bekommen Sie, wenn Sie die Zuschauer mit Ihrer Pyrotechnik fesseln?
Unterschiedlich. Zwischenapplaus ist ein gutes Zeichen. Manche Gäste drücken einen nach der Vorstellung so sehr, dass man denkt, man hat sich eine Rippe gebrochen. Und andere weinen wiederum.

Sie wollen also die Menschen zum Weinen bringen?
Natürlich nur vor Freude.

Feuerwerk-Höhepunkt: Das Lichtbild in der Mitte

Wie viel Vorbereitung steckt in einem 33-Minuten-Feuerwerk?
Wir planen seit sechs Monaten. Und bis Samstag haben wir noch viel Arbeit. Wir müssen schließlich jede Zündung einzeln verkabeln.

Was ist Ihr Höhepunkt?
Das Lichtbild in der Mitte. Der Maler hat seine Leinwand, wir haben den Himmel. Das wird großartig, ein wunderschöner Moment.

Letztes Jahr zündeten Sie zusätzlich ein Tag-Feuerwerk. Heuer auch?
Wir verzichten diesmal. Es gab 2018 Irritationen. Einige Anwohner riefen bei der Polizei an und dachten, es wäre etwas Schlimmes passiert. Das war natürlich nicht unsere Absicht.

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