Prunkbau zu verkaufen Diese Villa am Starnberger See gibt's für 15,5 Millionen Euro

Altehrwürdig, gediegen – und fast zu schön, um wahr zu sein: Mit diesen Fotos der Villa will das Immobilienbüro Duken von Wangenheim kaufkräftigen Kunden das denkmalgeschützte Anwesen mit Seeblick schmackhaft machen. Klicken Sie durch die Galerie! Foto: Duken & von Wangenheim GmbH

"Vom Prinzen erbaut. Von Liebe beseelt" – unter diesem Slogan wird ein Käufer für dieses Traumanwesen am Starnberger See gesucht. Er sollte mehr als ein bisserl Kleingeld übrig haben.

 

Starnberg – Eines der berühmtesten Gebäude Starnbergs steht für 15,5 Millionen Euro zum Verkauf: die Villa Almeida. Doch weitere zehn Millionen könnte die Sanierung kosten. Hier trenne sich bei Interessenten die Spreu vom Weizen, sagt der Makler.

"Starnberg ist die Hauptstadt der Millionäre", meldete dieser Tage der BR. Er berief sich dabei auf die jüngsten Zahlen des bayerischen Landesamts für Statistik von 2016. Demnach habe der Landkreis Starnberg mit 19 Millionären pro 10.000 Einwohner die höchste Dichte in Bayern. Bei gleicher Einwohnerzahl gibt es im Landesdurchschnitt nur vier Einkommensmillionäre.

Wohnen auf 950, residieren auf 27.000 Quadratmetern am Starnberger See

Einen solchen braucht es auch für dieses 200 Jahre alte Anwesen an der Weilheimer Straße mit imposantem Seeblick: die Villa Almeida, erbaut um 1832. Dafür bekommt man knapp 27.000 Quadratmeter Grund, rund 950 Quadratmeter Wohnfläche in Palais und Gesindehaus – und 33 Zimmer. "Diese Villa ist selbst für Starnberger Verhältnisse eine andere Größenordnung", sagt Ludwig Wöhrl, der sich für das Immobilienbüro Duken und von Wangenheim um das "Einfamilienhaus" kümmert.

Denn bei den 15,5 Millionen Kaufpreis würde es nicht bleiben. Es müssten laut Wöhrl weitere fünf bis zehn Millionen für die Sanierung in die Hand genommen werden. Denn manche Räume, wie die Bäder, würden eher "den Charme der Sechzigerjahre versprühen", schrieb 2018 die "Süddeutsche Zeitung", als die Villa erstmals auf den Markt kam.

Wer sie erwirbt, "besitzt eines der bedeutendsten Gebäude der Stadt", preist Wöhrl sein Objekt an, "es war die erste große Villa in Starnberg."

Eine Villa mit herrschaftlicher Geschichte

Das Haus hat spannende Historie: Prinz Karl, ein Bruder von König Ludwig I., hatte sie 1832 für seine Gemahlin Sophie von Bayrstorff bauen lassen. Da der Prinz nicht standesgemäß heiratete, verlor er 1823 seine Ansprüche auf den bayerischen Thron. Die gemeinsame Tochter Franziska Sophie ehelichte 1827 den kaiserlich brasilianischen Kammerherrn Paulo Visconde d’Almeida. Somit ging die Villa in dessen Hände und blieb seither im Familienbesitz.

Zuletzt lebte die bekannte Wohltäterin Ruth Gräfin Almeida in der Villa. Sie hatte der Stadt Grundstücke für eine Sportanlage und das Landratsamt ermöglicht, sowie eine Stiftung für Bedürftige gegründet. Vier Enkel haben die Villa 2013 geerbt. Fünf Jahre kämpften sie darum, das Anwesen zu halten. "Doch einer müsste die anderen drei ja auszahlen", sagt einer der Erben. Seitdem wird ein Käufer für das Gebäude gesucht, das nicht ein "Einfamilienhaus" bleiben müsse. Hier habe aber der Denkmalschutz "ein Wörtchen mitzureden", sagt Wöhrl.

Derzeit wird es von einer Haushälterin bewohnt. Es würden auch regelmäßig Besichtigungen stattfinden, "aber man braucht den Richtigen, der das nötige Kleingeld hat."


Der einstige Bauherr: Karl Prinz von Bayern

Generalfeldmarschall, kleinerer Bruder König Ludwigs I. – und liebender Ehemann: Karl Prinz von Bayern (*1795 †1875) ließ die Villa für seine Frau erbauen. Er wirkte auch als Streitschlichter, als unter anderem Münchner den Aufstand probten, da sein Bruder wegen seiner Affäre mit Lola Montez in Ungnade beim Volk gefallen war. Karl starb in Tegernsee, als ihn sein Pferd abwarf. Eine Kapelle in der dortigen Schwaighofstraße erinnert an das Unglück.

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