Prozessbetrug Deutsche-Bank-Prozess: Streit um fehlende Akten

Die Anklagebank ist reich gefüllt: Anwälte und Angeklagte im Deutsche-Bank-Prozess. Foto: dpa

Deutsche Bank: Zweiter Tag im Prozess um den angeblichen Betrug im Kirch-Verfahren. Beide Seiten fahren schwere Geschütze auf.

 

München Nachdem sie sich zum Prozessauftakt stundenlang die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft anhören mussten, schlugen die ehemaligen und aktuellen Manager der Deutschen Bank und ihre Anwälte jetzt zurück.

Der aktuelle Co-Chef Jürgen Fitschen sowie die Ex-Chefs Josef Ackermann und Rolf Breuer, Ex-Aufsichtsratschef Clemens Börsig sowie Ex-Vorstand Tessen von Heydebreck stehen wegen versuchten Prozessbetrugs vor Gericht. Sie sollen vor vier Jahren versucht haben, das OLG im Kirch-Prozess durch übereinstimmende Aussagen zu täuschen. Breuer habe dafür sogar Probeprozesse mit seinen Anwälten durchgespielt. Die Angeklagten weisen die Vorwürfe zurück.

Fitschens Anwalt Hanns Feigen warf der Ermittlungsbehörde vor, entlastendes Material unterschlagen zu haben. „Wir wollen Sicherheit haben, dass wir den gesamten Aktenbestand beherrschen“, sagte gestern Ackermanns Verteidiger Eberhard Kempf. Er kritisiert, dass die Ankläger während des Prozesses ständig neue Akten nachreichen.

Auch Richter Peter Noll wunderte sich darüber: „Ich weiß nicht, ob ich terminiert hätte, wenn ich das gewusst hätte.“ Er sagte den nächsten Verhandlungstag ab. Die Staatsanwaltschaft soll die Dokumente in den nächsten Tagen nachreichen. Dabei handelt es sich auch um Erkenntnisse aus dem Ermittlungsverfahren gegen den Ex-Top-Manager Thomas Middelhoff, der als Zeuge im Kirch-Verfahren möglicherweise falsch ausgesagt hat.

Die Ankläger kritisieren wiederum die Bank. Die hätte die Ermittlungen systematisch blockiert. Das Institut habe versucht, die Herausgabe von Daten zu verhindern und zu beschränken, sagte Staatsanwalt Stephan Necknig.    

 

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