Prozessbeginn in Traunstein Mordversuch aus Frust: Mann sticht wahllos auf Frauen ein

Eine Figur der Justitia, einer altrömischen Göttin, die für die Gerechtigkeit steht.(Symbolbild) Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Ein 24-Jähriger steht vor Gericht, weil er wahllos zwei Frauen, Mutter und Tochter, mit einem Messer niedergestochen hat. Der Grund: Einfach nur Frust.

 

Traunstein - Er hatte Schulden, seine Freundin hatte eine Beziehung zu einem anderen Mann begonnen, und dann war auch noch sein Computer abgestützt: Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft ist purer Frust das Motiv des Angeklagten für den blutigen Gewaltexzess im Sommer vergangenen Jahres. Der Angeklagte schwieg am Dienstag zu den Vorwürfen. Er steht nun wegen zweifachen Mordversuchs vor dem Landgericht Traunstein.

Die Tat geschah am Nachmittag des 27. Juni 2016. Laut Anklage nahm der damals 23-Jährige die fünf schärfsten Messer aus seinem Haushalt und fuhr in der Absicht, wahllos Menschen umzubringen, mit dem Fahrrad in seinem Wohnort umher. Dabei sah er im Garten eines Hauses eine junge Frau, sein erstes Opfer: Der damals 23-Jährige trat von hinten auf die 20-Jährige zu und zerrte sie über die Terrasse. Dann fügte er ihr massivste Schnittwunden an Hals, Schläfe und Brust zu.

Opfer waren lebensgefährlich verletzt

Durch die Schreie der 20-Jährigen alarmiert, kam deren Mutter aus dem Haus. Die 51-Jährige versuchte, den Täter von ihrer Tochter wegzuziehen, der die Flucht gelang. Daraufhin stürzte sich der mutmaßliche Täter auf die Mutter und fügte auch ihr lebensgefährliche Schnittverletzungen am Hals sowie an einer Hand zu. Erst nachdem Mutter und Tochter ins Haus geflüchtet waren, suchte der Angreifern das Weite. Beide Opfer erlitten bleibende Schäden.

Ein Ermittler sagte am ersten Verhandlungstag aus, die 51-Jährige habe bei ihrer Vernehmung von Todesängsten während der Messerattacke berichtet. Über die Vernehmung des Angeklagten sagte der Kripobeamte, der junge Mann habe Selbstmordgedanken geäußert. Tatsächlich schnitt er sich vor seiner Festnahme mit Glasscherben in die Handgelenke.

Wie vor Gericht deutlich wurde, weist der Lebenslauf des Angeklagten, der aus Ungarn stammt und seit 2012 in Deutschland lebt, etliche Brüche auf. So starb sein Vater, als er 16 Jahre alt war. Daraufhin schmiss er die Schule, um Geld zu verdienen. Von seinem in Deutschland verdienten Geld unterstützte er die in Ungarn lebende Mutter. Bald häufte sich ein Schuldenberg an. Er begann nach eigener Aussage zu trinken.

Für den Prozess sind noch vier weitere Verhandlungstage vorgesehen, mehrere Sachverständige und Zeugen sollen noch gehört werden. Das Urteil wird für den 30. März erwartet.

 

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