Prozessauftakt in Passau Angeklagte streitet Mordversuch mit Blutverdünner ab

Die Angeklagte sitzt im Gerichtssaal des Landgerichts neben ihrem Verteidiger Sebastian Kahlert. Foto: Armin Weigel/dpa

Hat eine Frau aus dem Bayerischen Wald ihrem Mann blutverdünnende Medikamente ins Essen gerührt, um für ihren Geliebten frei zu sein? Die Anklage ist davon überzeugt.

Passau - Sie soll versucht haben, ihren Mann mit Blutverdünner umzubringen, um Zeit für ihren Geliebten zu haben – beim Prozessauftakt am Dienstag in Passau hat die 50 Jahre alte Angeklagte den Vorwurf jedoch entschieden zurückgewiesen. Die Frau aus Waldkirchen (Lkr. Freyung-Grafenau) bezeichnete sich als unschuldig. Sie habe ihrem Mann zu keinem Zeitpunkt das Medikament verabreicht, sagte die Frau vor Gericht und bezeichnete sich als "guttätig".

Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau dagegen versuchten Mord vor. Der Anklage zufolge hatte sie ihrem arg- und wehrlosen Opfer im vergangenen Spätsommer immer wieder Blutverdünnungsmittel in Speisen und Getränke gemischt. Der Mann, der 17 Jahre älter ist als die Angeklagte, wurde mehrfach ambulant und stationär behandelt, so dass er gerettet werden konnte.

Angeklagte stritt Affäre nicht ab

Dass sie damals eine Affäre mit einem anderen Mann hatte, stritt die Angeklagte am Dienstag vor Gericht nicht ab. Sie habe ihren Mann damals deswegen verlassen wollen. Aus erster Ehe hat die Frau drei Kinder. Mit ihrem mutmaßlichen Opfer ist sie in zweiter Ehe verheiratet. Der Ehemann selbst glaubt bis heute den Unschulds-Beteuerungen seiner Frau.

Der Prozess wird am 26. Juni fortgesetzt, mit dem Urteil wird für den 20. Juli gerechnet.

 

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