Prozess vor Münchner Gericht Mehrere Millionen erbeutet: So flog der Schließfach-Diebstahl auf

Ein Modell der ausgeraubten Schließfächer. Foto: Daniel von Loeper

Im April 2019 erbeuten Diebe mehrere Millionen Euro aus einem Schließfach einer Münchner Bank. Nun steht die Sicherheitstechnik der Bank im Fokus der Gerichtsverhandlung.

 

München - Sein Kollege sei etwas weiß geworden, erinnert sich der Commerzbank-Mitarbeiter am Dienstag im Zeugenstand. Der Grund der unnatürlichen Blässe: Am 10. April 2018 hatten die beiden bei einer Begehung des Schließfachraumes am Paradeplatz entdeckt, dass einige Fächer offenbar beschädigt wurden. "Drei Minuten später war die Polizei da", sagt der Sicherheitsexperte.

Er erklärt wie man mit Zugangskarte, Karte und Pin an sein Schließfach kommt, wie die Fächer gesichert sind und warum so oft Alarm ausgelöst wird. Für die Prozessbeteiligten wurde der Verhandlungstag zu einer Nachhilfestunde in Sachen Sicherheitstechnik.

Jeden Tag gibt´s mehrere Alarmmeldungen 

Wenn sich jemand nicht an das vorgeschriebene Prozedere hält, beispielsweise das Fach ohne erneute Berechtigung zum zweiten Mal öffnen will, erscheint auf einem Bildschirm ein Fächeralarm, erklärt der Zeuge. Allerdings ohne akustisches Signal und der Computer mit den Alarmmeldungen steht in einem Nebenraum.

Auf den Ausdrucken der Schließfachaktivitäten findet der Vorsitzende Richter Gilbert Wolf an einer Stelle acht Alarmmeldungen kurz hintereinander. "Warum kommt da nicht das SEK?", fragt der Richter nach. Doch der Zeuge wiegelt ab: "Das kommt vor, jeden Tag." 

 

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