Prozess Staatsanwalt fordert fünf Jahre Haft für Pfahls

Ludwig-Holger Pfahls vor Gericht Foto: dpa

Prozess um Ex-Rüstungsstaatssekretär Ludwig-Holger Pfahls: Staatsanwaltschaft fordert fünf Jahre Haft, Verteidiger Walter Lechner sieht vier Jahre Haft als angemessen an.

 

Augsburg – Im Prozess um die Vermögensverhältnisse des Ex-Rüstungsstaatssekretärs Ludwig-Holger Pfahls hat die Staatsanwaltschaft fünf Jahre Haft wegen Bankrotts gefordert. Der 68-jährige Pfahls habe lückenhafte Angaben über die Herkunft der Millionen gemacht, die er vor seinen Gläubigern versteckt habe, sagte Ankläger Marcus Peintinger am Montag vor dem Landgericht Augsburg. Pfahls habe stets mit dem Ziel gehandelt, sein Vermögen zu verschleiern.

Verteidiger Walter Lechner hingegen sah eine Haftstrafe von maximal vier Jahren für seinen Mandanten als angemessen an. Er wies vor allem auf Pfahls' umfassendes Geständnis hin. Zudem habe der Ex-CSU-Politiker seine Steuerschulden in Höhe von 653 000 Euro als Schadenswiedergutmachung bereits beglichen.

Pfahls muss sich seit Anfang Oktober unter anderem wegen falscher eidesstattlicher Versicherung, Steuerhinterziehung, Bankrotts und Erpressung vor Gericht verantworten. Im Prozess gab er zu, Millionen besessen und sich gleichzeitig als mittellos ausgegeben zu haben. Das Urteil gegen Pfahls, seine Ehefrau und den Lobbyisten Dieter Holzer wird noch im Tagesverlauf erwartet.

Pfahls war 1999 untergetaucht, nachdem im Zusammenhang mit dubiosen Rüstungsgeschäften des Waffenlobbyisten Karlheinz Schreiber der Verdacht auf Schmiergeldzahlungen aufgekommen war. 2004 wurde er in Paris gefasst und 2005 in Augsburg wegen Vorteilsannahme und Steuerhinterziehung zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Statt die geforderten Prozesskosten und Steuerforderungen zu begleichen, gab Pfahls sich als mittellos aus.

 

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