Prozess in München Weil sie keinen Sex wollte: Ehefrau vergewaltigt

Der Angeklagte Ali Y. (33) bestreitet die Vergewaltigungs-Vorwürfe vor dem Münchner Landgericht. Foto: Torsten Huber

Seine Ehefrau wollte keinen Sex mehr. Da soll Ali Y. (33) aggressiv geworden sein. Jetzt muss sich der Mann vor Gericht verantworten.

 

München - Weinend sitzt die Fondsbuchhalterin Aische Y. (31, Namen geändert) im Zeugenstuhl des Münchner Landgerichts: „Nach der Hochzeit hat er sein wahres Gesicht gezeigt. Er hat mich gedemütigt, geschlagen und vergewaltigt.“

Nur fünf Meter von ihr entfernt sitzt der Mann, der ihr das angetan haben soll: Siemens-Informatiker Ali Y. (33). Die Anklage belastet ihn schwer: sechs Fälle der gefährlichen Körperverletzung in Tateinheit mit zwei Vergewaltigungen.

2006 lernen sie sich während der Abend-Uni kennen. Sie gehen gemeinsam aus. Sex vor der Ehe will Aische Y. nicht und sagt: „Mir muss erst jemand die Ehe versprechen. Das war ein Fehler.“ Gleich nach der Hochzeit 2007 soll sich Ali Y. verändert haben. „Wir haben nur gestritten. Es ging um die Finanzen, weil ich damals keinen Job hatte. Er hat mich jedesmal so fertig gemacht.“

Im Januar 2010 habe Ali Y. sie mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen und an den Haaren ins Schlafzimmer gezerrt. Aische Y. erinnert sich unter Tränen: „Er hat mich aufs Bett geworfen, ein Kissen auf das Gesicht gedrückt. Ich bekam keine Luft mehr. Mir war schwarz vor Augen. Ich wehrte mich erst. Dann konnte ich nicht mehr.“

Im Oktober 2011 soll er sie wieder vergewaltigt haben. Angeblich habe sie keinen Sex mehr gewollt.

Bis Februar 2012 habe Aische Y. die Übergriffe ihres Mannes ertragen, bevor sie zur Polizei geht. Er soll immer einen Grund gefunden haben, um sie zu misshandeln. Er habe versucht, ihr die Achillessehne zu durchtrennen, weil sie nicht aufsteht, um das Kind in den Kindergarten zu bringen. Er soll auch ihren Kopf in die volle Badewanne und Toilette gesteckt haben. Angeblich sei er verärgert gewesen, weil sie das Badewasser für den Sohn (6) nicht hat ablaufen lassen. Das Abendessen für ihn habe sie auch nicht gekocht.

Ali Y. bestreitet alles: „Sie ist eine schlechte Köchin. Sie muss nicht kochen. Sie hat immer rumgeschrien, mich bespuckt. Da habe ich ihr mal eine Watschn gegeben. Mehr nicht.“ Da platzt Staatsanwältin Rebecca Hupke der Kragen: „Sie waren gefrustet. Ihre Frau wollte keinen Sex und kocht auch noch schlecht. Jetzt wollen Sie uns vollsülzen, dass Sie das Opfer sind.“

Am 7. April soll das Urteil fallen.

 

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