Prozess in München Tod im Fastfood-Lokal: Das sagt der Angeklagte

Das McDonald's am Stachus: Hier geschah das Tötungsdelikt. Foto: az

Das „Zumüllen“ des Tischs mit benutzten Papierservietten soll Auslöser einer tödlichen Gewalttat im McDonald's am Stachus gewesen sein.

 

München - Mit den Servietten, die ihn genervt hätten, hat am Montag ein 25-Jähriger zwei Fausthiebe ins Gesicht eines Gastes des Schnellrestaurants am Münchner Stachus begründet. Der Angeklagte steht wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor dem Landgericht München. Das 41 Jahre alte Opfer erlitt bei dem Angriff am 30. Juli 2011 einen Einriss der linken Wirbelschlagader und starb noch am selben Tag im Krankenhaus infolge des Blutverlustes.

Der bisher nie durch Gewalttaten aufgefallene Angeklagte hatte sich nachts in dem Restaurant an den Tisch des späteren Opfers mit Blick auf die Fernsehmonitore gesetzt und sich fast sofort über die herumliegenden Servietten beschwert. Als der 41-Jährige sich das verbat, kam es zum Streit, bei dem der laut Anklage aggressiv gestimmte Jüngere den Älteren zunächst in den Rücken stieß. Dann schlug der durchtrainierte 25-Jährige dem Opfer zweimal wuchtig die Faust ins Gesicht. Gäste und Angestellte mussten ihn an weiteren Schlägen und Tritten gegen den bewusstlosen Mann abhalten.

Der Angeklagte hat in der Jugend Drogen genommen und Diebstähle verübt. Er war eineinhalb Jahre im Heim und hat auch schon kurzzeitig im Gefängnis gesessen. Danach habe er sich gefangen und ein angepasstes Leben geführt, sagte der 25-Jährige. Nach seiner Selbsteinschätzung befragt, schilderte er sich als hilfsbereit, zielbewusst und ordentlich, er lasse sich aber „ungern etwas vorschreiben“ und neige mitunter zu unüberlegtem Verhalten, sagte der Angeklagte am ersten Verhandlungstag.

Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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