Prozess in München Studenten angeklagt: Doping-Labor in Bundeswehr-Uni

In einem Untergrund-Labor soll der angeklagte Student die Dopingmittel hergestellt haben (Symbolbild). Foto: dpa/epa Keystone Dominic Favre

Ein Student und seine Komplizen sollen Hormone und Steroide selbst hergestellt und vertrieben haben.

 

München - Die Staatsanwältin ist am Montag nicht zu beneiden gewesen. Den ganzen Vormittag verbringt sie stehend, um den voluminösen Anklagesatz zu verlesen.

Dem 27-jährigen Studenten auf der Anklagebank wirft sie vor, Arzneimittel zu Dopingzwecken im Sport in den Verkehr gebracht zu haben. Mitangeklagt sind zwei Komplizen, eine 33-Jährige und ein 27-Jähriger. Sie sollen sich der Beihilfe schuldig gemacht haben. Peter F. (Name geändert) betrieb laut Anklage seit Anfang 2015 einen Handel mit Dopingmitteln. Seine Kunden waren Freunde und Bekannte aus der Fitnessszene.

Dopingmittel in Neubiberg hergestellt und in Fitness-Szene verkauft

Der 27-Jährige soll die Präparate zunächst im Internet bestellt haben, um sie dann gewinnbringend an seine Klientel weiterzuverkaufen. Irgendwann kam er auf die Idee, die Wachstumshormone und anabolen Steroide selber herzustellen, um auch seinen Gewinn wachsen zu lassen. Das nötige Wissen holte er sich wie die nötigen Grundsubstanzen auch aus dem Internet. Die Lieferanten saßen zumeist in China.

Sein Untergrund-Labor stand laut Anklage auf dem Campus der Bundeswehr-Uni in Neubiberg. Hier soll er die Dopingmittel hergestellt haben. Allerdings ohne sie keimtötend zu erhitzen, sondern einfach durch das Vermischen der Rohstoffe mit den erforderlichen Zusatzstoffen.

Die Mittel verkaufte er dann zumeist an ihm bekannte Abnehmer aus der Fitness- und Bodybuilding-Szene. Den Kaufpreis entrichteten seine Kunden in bar oder sie überwiesen das Geld. Einen Teil der Dopingmittel soll Peter F. aber auch selber konsumiert haben. Der Prozess wird am Dienstag fortgesetzt. Der Vorsitzende Richter Philipp Stoll hat die Urteilsverkündung für Freitag geplant.

 

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