Prozess in München Mit Schneeballsystem: Betrüger linkt Makler

Eine Figur der Justitia, der altrömischen Göttin der Gerechtigkeit, neben einem Stapel Gerichtsakten. (Symbolbild) Foto: dpa

Betrugsprozess vor dem Landgericht München: Der 58-jährige Angeklagte gesteht die Taten und darf mit Bewährung rechnen.

München - Sie wollten mit Immobilien handeln und wurden von Firmenchef Johann F. (58) gelinkt. Erst nach Vertragsabschluss als "Mitarbeiter" erfuhren die angeworbenen Möchtegern-Makler (20 Opfer werden in der Anklage aufgeführt), dass sie mitnichten Häuser verkaufen werden. Sie sollten stattdessen neue Interessenten an dem Job vermitteln und so zu dem Schneeballsystem des Betrügers beitragen.

Die Opfer hatten laut Anklage in der Regel auf Anzeigen im Internet reagiert. Da wurde mit Sprüchen wie "Reich durch Schulden" oder "Mehr netto" für angebliche Jobs im Immobiliengeschäft geworben. Ein angebliches Gewinn-Modell: Die Interessenten kaufen ein Online-Tool zur Präsentation der Firma, um so Geschäfte anzubahnen - und dafür Provision zu kassieren. Doch für das Tool waren Lizenzgebühren fällig. Die Opfer wurden insgesamt um 55.000 Euro geschädigt.

Wahrscheinliches Urteil: Bewährungsstrafe und Geldauflage

Johann F. gibt die Vorwürfe nach einem Rechtsgespräch per Verteidigererklärung zu. Er habe das Schneeballsystem aber bereits im August 2015 aufgegeben und nicht wie angeklagt bis zuletzt fortgeführt.

Er wird nach Absprache mit einer Freiheitsstrafe bis zu 18 Monaten rechnen müssen. Die Haft wird aber zur Bewährung ausgesetzt. Eine Bewährungsauflage für den Hilfsprogrammierer, der sich derzeit mit Gelegenheitsjobs durchschlägt: die Zahlung von 70.000 Euro.

Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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