Prozess in München Im Darknet bestellt: Das Kokain kam per Paketbote

Der Angeklagte mit seinem Anwalt. Foto: AZ/jot

Drogenprozess: Der Angeklagte (29) widerspricht vor Gericht vielen Vorwürfen der Anklage.

 

München - Er soll große Mengen Kokain und Ecstasy-Tabletten im Darknet gekauft und von einem Paketdienst an die Adresse seines Vaters liefern lassen haben. Und das gleich zwei Mal.

Doch das ist beileibe nicht der einzige Vorwurf, den die Staatsanwaltschaft dem 29-jährigen Cem H. (Name geändert) macht. Im Herbst 2017 soll der vorbestrafte Einzelhandelskaufmann in München und dem Umland einen regen Drogenhandel mit Marihuana aufgezogen haben. Erschwerend kommt laut Anklage hinzu, dass sein Haupt-Abnehmer zu der Zeit erst 17 Jahre alt war.

Angeklagter widerspricht Vorwürfen vor Gericht

Außerdem soll er Komplizen dazu gebracht haben, einen Käufer, der seine Drogen mit Falschgeld bezahlt hatte, zu überfallen und ihm Geld und Wertgegenstände abzupressen. Der schwere Raub ging schief, dem Käufer gelang es durch den Einsatz von Pfefferspray, zu entkommen. Während die Staatsanwaltschaft glaubt, dass Cem H. im Dezember 2017 bereits untergetaucht war und sich in Hotels in München und dem Umland aufhielt, erklärt der Angeklagte am Dienstag vor Gericht, dass er mit seiner Freundin nach Rumänien gereist war. Er habe nur noch telefonisch Kontakt zu den Dealern gehabt.

Auch in anderen Punkten widerspricht er der Anklage. Das Darknet-Kokain war von seiner rumänischen Freundin bestellt worden, nicht von ihm. Bei den Drogendeals habe er lediglich Käufer und Verkäufer in Kontakt gebracht, aber nicht selber gedealt. Und von der Räuber-Geschichte habe er nichts gewusst, sondern erst hinterher davon erfahren. Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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