Prozess in München Brandstifter wütet in Krankenhaus-Kapelle

Brandstifter Hans R. vor Gericht. Foto: jot

Immer wieder sorgt er für Zwischenfälle, begeht diverse Delikte. Weil der 27-Jährige an einer paranoiden Schizophrenie leidet, soll er jetzt in der Psychiatrie untergebracht werden.

 

München - Was ihm vorgeworfen wird, gibt Hans R. (27, Name geändert) auch zu. Aber krankheitsbedingt könne er sich nicht mehr an alles erinnern, sagt er. So ist ihm selber völlig schleierhaft, was er am 22. Juni 2009 im Garmischer Krankenhaus wollte.

Was die Ermittler denken, steht in der Anklage. So soll er zunächst versucht haben, in einer angeschlossenen Arztpraxis des Klinikums an Betäubungsmittel heranzukommen. Er brach dafür eine Schreibtischschublade auf. Den Tresorschlüssel fand er aber nicht. Aus Wut darüber habe er dann anschließend in der Krankenhauskapelle zwei Bankreihen in Brand gesetzt. Für die Ankläger ist klar, dass Hans R. die Absicht hatte, die ganze Kapelle abzufackeln. Das gelang ihm aber nicht. Lediglich die Holzbänke und die Polsterung brannten. Schaden: 24 900 Euro.

In den folgenden Jahren kommt es immer wieder zu Zwischenfällen mit dem jungen Mann, der laut Anklage an einer paranoiden Schizophrenie leidet. Im Februar 2014 wird ein VW Fox der Ökumenischen Sozialstation zum Ziel seiner Aggression. Vier Mal sticht er in einen Reifen, Hans R. zerkratzt zudem den Lack des Autos. Kurz darauf zersticht er den Reifen eines weiteren abgestellten Pkw. In derselben Nacht geht die Fensterscheibe eines Hauses zu Bruch.

Die Murnauer Polizei wird aktiv, fahndet nach dem Unbekannten, der eine Spur der Verwüstung durch die Gemeinde zieht. Gegen 0.30 Uhr fällt den Polizisten ein Mann mit Rucksack auf. Sie wollen ihn kontrollieren. Hans R. versucht zu fliehen, wird aber eingeholt und zu Boden gebracht. Er schlägt um sich, tritt nach den Polizisten, droht und beleidigt die Beamten. Als ihm die Handfessel abgenommen wird, schlägt er sofort zu und verletzt einen Beamten im Gesicht.

Die Staatsanwalt beantragt die Unterbringung von Hans R. in der Psychiatrie. Sie geht davon aus, dass der psychisch kranke Mann für die Allgemeinheit gefährlich ist.

 

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