Prozess in München Betrüger gesteht vor Gericht: "Ganz doll auf wichtig gemacht"

Martin R. mit seinem Anwalt vor Gericht. Foto: Daniel von Loeper

Statt Filmfinanzierung: Betrüger verprassen das Geld ihrer Investoren für einen teuren Lebensstil. Vor dem Münchner Landgericht gesteht einer von ihnen. 

 

München – Teure Hotels, teure Autos und teurer Lebensstil – Martin R. (46) und sein Partner waren nach Los Angeles geflogen, um angeblich Gelder für eine Filmproduktion zu sammeln. Stattdessen ließen sie es sich richtig gut gehen. Kein einziger Cent wurde für irgendeinen Film genutzt.

Martin R. sitzt seit Montag auf der Anklagebank des Landgerichts – extra für den Prozess aus LA eingeflogen. Obwohl er dort eigentlich gebraucht wird, wie er erklärt. Seine Frau müsse sich gerade mit den Folgen eines Waldbrandes herumschlagen und das gemeinsame Haus im San Fernando Valley räumen.

Anfangs soll tatsächlich ein Film geplant gewesen sein

Aber er wolle endlich reinen Tisch machen. Die Betrügereien, die ihm vorgeworfen werden, liegen elf bis 14 Jahre zurück. Er und sein Komplize (der bereits zu einer Bewährungsstrafe verurteilt wurde) hatten damals ihren Opfern weisgemacht, Investoren für ein Filmprojekt zu suchen. Tatsächlich hätten die beiden das aber niemals vorgehabt, sondern nutzten das Geld für ihr Privatvergnügen.

"Ich sag’s mal ganz brutal", erklärt der 46-Jährige vor Gericht, "wir haben ganz doll auf wichtig gemacht." 95 Prozent der Anklage stimmten, gesteht er. Allerdings habe er anfangs durchaus noch ein Filmprojekt im Sinn gehabt.

Über 200.000 Euro sollen es gewesen sein. Dazu kommt der Vorwurf des Betruges mit Stiftungsgeldern. Für das nicht existente Filmprojekt wurden von den Betrügern noch einmal 120.000 Euro in die eigene Tasche gesteckt.

Der Prozess wird fortgesetzt.

 

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