Prozess in München Am Tegernsee Drogen gedealt? Mama und Sohn angeklagt

Mutter und Sohn auf der Anklagebank im Gespräch mit ihren Anwälten. Foto: jot

Prozess vor dem Münchner Landgericht. Sie spricht, er noch nicht: Die beiden Angeklagten sollen rund um den Tegernsee rege mit Drogen gehandelt haben.

 

München – Der Stoff kam aus Spanien – per Post. Mal an die Adresse eines Freundes, der in einem Pflegeheim am Tegernsee lebte und inzwischen verstorben ist, dann an die Adresse des jetzt angeklagten Karl F. (24, Namen geändert) in Rottach-Egern.

Fünf Lieferungen listet die Staatsanwaltschaft auf. Vier Mal war Haschisch im Paket, einmal Amphetamine. Nach Überzeugung der Ermittler handelten Mutter und Sohn seit Juni 2018 damit rege mit im Raum Tegernsee.

Nach einem Rechtsgespräch wird klar, dass den beiden Jahre im Knast drohen. Nach Vorstellung des Gerichts mindestens drei Jahre für Petra F. und mindestens drei Jahre und drei Monate für ihren Sohn.

Drogen im Darknet bestellt

Der Gerichtsdeal kommt aber nicht zustande. Ein Grund: Ihr Anwalt hofft, dass die 51-Jährige mit Bewährung davonkommt. Sie habe nur eine untergeordnete Rolle gespielt.

Die Drogen sind laut Anklageschrift wahrscheinlich im Darknet bestellt worden. Was dort geordert wurde, sei weit überwiegend zum gewinnbringenden Weiterverkauf, nicht für den eigenen Konsum bestimmt, glauben die Ermittler.

Was sagen die Angeklagten? Karl F. erst mal gar nichts. Als er gefragt wird, ob er sich zu den Vorwürfen äußern will, kommt ein klares "Nein". Seine Mutter Petra F. (51) redet dagegen bereitwillig und beantwortet auch die Fragen von Gericht und Staatsanwaltschaft.

Angeklagte wusste von den Drogen-Lieferungen

Zum Beispiel, die nach ihrem eigenen Drogenkonsum. Ja, sie rauche Cannabis, antwortet sie. "Aber nicht in rauen Mengen." Höchstens bis 0,5 Gramm am Tag würde sie konsumieren. Und ja, sie wusste, dass in Spanien Drogen bestellt wurden. "Ich habe aber selber nichts bestellt und auch nichts empfangen", erklärt die 51-Jährige im Prozess.

Ihre Funktion sei eher die der psychischen Unterstützung gewesen. Als sich mal die Ankunft eines Paketes verzögerte, habe sie ihren Sohn beruhigt. Vielleicht streike die Post gerade in Spanien.

Bei einer Durchsuchung ihrer Wohnung fand die Polizei LSD-Trips, Ecstasytabletten, die Partydroge MDMA, Amphetamin-Sulfat sowie Marihuana-Stängel und -Dolden. Die Mengen waren gering. Die Ermittler können daher nicht ausschließen, dass diese Drogen für den Eigenkonsum gedacht waren. Karl F. – der zuerst die Aussage seiner Mutter abwarten wollte – wird heute wohl doch noch reden.

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