Prozess in Ansbach Richter: Stadt München soll für Luxus-Kita zahlen

Susanne Herrmann (r.), Stadtdirektorin der Stadt München, und Claudia Janke, Leiterin der Kita-Elternberatung, unterhalten sich in einem Sitzungssaal im Verwaltungsgerichtshof in Ansbach vor Prozessbeginn. Foto: dpa

Eine junge Familie bekommt in München nicht den gewünschten Krippenplatz und sucht sich selbst einen für 1.380 Euro. Rund 1.000 Euro davon fordert sie nun von der Stadt zurück – und der Bayerische Verwaltungsgerichtshof gibt ihnen Recht.

 

München/Ansbach - Die Stadt München muss aus Sicht des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofes wohl die Kosten für eine Luxus-Kita übernehmen.

Die klagende Familie habe sich den Platz in einer teuren Krippe für den kleinen Sohn für 1.380 Euro im Monat selbst beschaffen müssen, "weil der Jugendhilfeträger nicht in die Puschen gekommen ist", sagte der Vorsitzende Richter am Donnerstag in der Außenstelle des Gerichtshofes in Ansbach. Darum müsse die Stadt München seiner Ansicht nach den Differenzbetrag zwischen der teuren Kita und einem Platz in einer kommunalen Einrichtung für drei Monate zahlen.

Der Platz in der Kita habe zwar Luxus-Angebote umfasst, dafür könne die Familie aber nichts – sie habe ja keine Alternative gehabt. Der Richter nannte es "ein sogenanntes Friss-oder-Stirb-Angebot". Ein abschließendes Urteil formulierte er damit zwar noch nicht, das wurde aber für den laufenden Verhandlungstag erwartet.

 

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