Prozess am Landgericht München: Neun Frauen zur Prostitution gezwungen

Zwei der Angeklagten. Foto: Daniel von Loeper

Drei Männer und eine Frau sind vor dem Münchner Landgericht angeklagt – unter anderem wegen Zwangsprostitution und Menschenhandel. Bisher schweigen sie.

 

München - Sie sollen neun Frauen in einem Münchner Bordell über ein Jahr lang zur Prostitution gezwungen haben. Angeklagt sind drei Männer und eine Frau im Alter von 31 bis 39 Jahren. Beim Auftakt des Prozesses am Dienstag hüllten sich alle Vier zu den Vorwürfen in Schweigen.

Die Anklage lautet unter anderem auf Zwangsprostitution, Zuhälterei und Menschenhandel. Drei der Angeklagten bauten der Staatsanwaltschaft zufolge zudem parallel zum Prostitutionsgeschäft einen Handel mit Drogen auf. Teilweise wurden die Drogen von den Prostituierten an ihre Freier übergeben.

Landgericht: Angeklagte schlugen die Frauen

Die Frauen stammen aus Ungarn und Rumänien. Sie seien teils von weiteren, unbekannten Zuhältern für das Bordell, eine zugehörige Table-Dance-Bar und einen Escort-Service angeworben worden. Die Angeklagten mit ungarischer und türkischer Staatsbürgerschaft hätten den Prostituierten einen Großteil der Einkünfte abgenommen und sie in einem Haus im Münchner Norden regelrecht eingesperrt.

Der Staatsanwaltschaft zufolge wurden die Frauen mit Gewalt und Drohungen gefügig gemacht. Besonders einer der Männer, der sehr kräftig gebaut ist, habe die Frauen verängstigt. Zudem hätten die Opfer schwere Misshandlungen erleiden müssen. Einer der Angeklagten habe eine Frau mehrfach geschlagen und sie an den Haaren aus der Bar gezogen.

Ein weiterer Beteiligter, der nicht in dem Verfahren angeklagt ist, habe einer Prostituierten gedroht, er werde sie "zu Tode prügeln" und ihr "das Gesicht verstümmeln". Für das Verfahren sind zunächst 20 Termine bis Mitte November angesetzt. Die Opfer sollen im Prozess als Zeuginnen aussagen.

 

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