Prozess am Landgericht Böller-"Scherz" mit bösen Folgen

Opfer einer Böller-Attacke: Der Kläger Stanislaw C. mit seiner Anwältin Krystyna Borowska-Wünsch. Foto: jot

50-jähriger Maler nach Explosion schwerhörig: Der Pole verklagt seinen Ex-Spezl und bekommt 7500 Euro zugesprochen.

 

München - Es sollte nur ein Scherz sein, doch so richtig witzig fand es am Ende niemand mehr. Drei polnische Bauarbeiter hatten ihrem Spezl einen Streich spielen wollen und legten dem Maler in der gemeinsamen Münchner Wohnung einen Böller unters Bett. Doch die Explosion des Knallkörpers hatte schwerwiegende gesundheitliche Folgen für das Opfer.

Einer der drei Männer – der 46-jährige Piotr V. (Name geändert) hatte den Böller gezündet – übernahm die Verantwortung. Strafrechtlich kam er mit einem Strafbefehl über 990 Euro wegen fahrlässiger Körperverletzung davon.

Das Opfer leidet aber seit dem Vorfall auf dem linken Ohr an einem Knalltrauma und Schwerhörigkeit. Deswegen verlangte Stanislaw C. Schmerzensgeld von seinem Ex-Spezl.

Das war geschehen: Am Abend des 24. Mai 2014 hatten die vier Polen zunächst gemeinsam das Champions-League-Endspiel zwischen Real und Atletico Madrid angeschaut. Stanislaw C. war dann aber vor den anderen ins Bett gegangen. Da kamen seine Spezl auf die Idee, ihm den Böller-Streich zu spielen. Mit solch katastrophalen Folgen werden sie nicht gerechnet haben.

Doch die Forderung kam Piotr V. zu hoch vor. Beide Männer schalteten Anwälte ein. Am Donnerstag wurde dann vor Gericht um einen Vergleich gerungen.
Stanislaw C. soll bereits vor dem Böller-Explosion nicht richtig gut gehört haben, so ein Argument des Beklagten. Dem aber prompt widersprochen wurde. „So etwas ist nie vorgekommen. Ich habe gut gehört“, erklärte der Kläger. Das hätte auch ein Gesundheitsscheck vor dem Vorfall ergeben.

Am Ende einigte man sich auf 7500 Euro. Der versöhnliche Händedruck zwischen den beiden Ex-Spezl fiel trotz des Vergleichs aus.    

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