Prozess am Amtsgericht Münchner Physiotherapeut (46) missbraucht Patientin

Das Gerichtsgebäude für das Amtsgericht, das Landgericht I und II in München, das Oberlandesgericht und die Staatsanwaltschaft. Foto: Matthias Balk/dpa

Im Sommer 2016 soll der Angeklagte Physiotherapeut eine Patientin sexuell missbraucht haben. Das Gericht spricht den 46-Jährigen schuldig. Er bestreitet die Tat.

 

München – Der Mann auf der Anklagebank vergräbt sein Gesicht in den Händen. Vor wenigen Momenten hat ihn Amtsrichter Sebastian Schmitt schuldig gesprochen.

Peter T. (46, Namen geändert) ist Physiotherapeut in München und hat zur Überzeugung des Gerichtes eine Patientin sexuell missbraucht.

Bei einem Termin im Sommer 2016 soll der 46-Jährige laut Anklage bei der Behandlung von Linda F. zwischen die Beine gefasst haben. Die liegende Frau konnte sich in diesem Moment nicht wehren. Der Vorwurf lautet auf "sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Behandlungsverhältnisses".

Es steht Aussage gegen Aussage

Linda F. war wegen einer steifen Schulter bei dem renommierten Therapeuten in Behandlung. Der machte seine Sache gut. So gut, dass die Frau noch monatelang nach dem angeklagten Vorfall bei ihm in Behandlung blieb.

"Fachlich hatte ich nichts auszusetzen", erklärt sie im Zeugenstand. Er habe ihr tatsächlich helfen können. Aber die Erinnerung an den Vorfall ließ sie nicht los. Bis sie sich dann schließlich doch noch entschloss, den Mann zwei Jahre nach der Tat anzuzeigen. "Mir ist eine Last von den Schultern genommen worden", sagt sie.

Peter T. streitet den Vorwurf ab – eine klassische Aussage-gegen-Aussage-Situation.

Amtsrichter Schmitt aber glaubt der Frau. Der Therapeut wird zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Dazu kommt als Auflage die Zahlung von 2400 Euro an die Frauenhilfe München.

 

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