Prozess 28 Monate Haft für Betrug mit teuren Autos

Er hat teure Autos gemietet und nie zurückgegeben: Deshalb ist ein 40-Jähriger jetzt wegen Betruges verurteilt worden. Der Amtsrichterin hatte er immer neue Wendungen der Geschichte erzählt.

 

München - Irgendwann verliert die friedfertigste Richterin die Geduld. So geschehen am Montag im Amtsgericht, als der Angeklagte Goran P. (40) mit immer neuen rechtfertigenden Wendungen einer an sich einfachen Geschichte aufwartete. Da platzte Richterin Sonja Birkhofer-Hoffmann der Kragen: „Ich habe das Gefühl, das ist alles Schmarrn. Was Sie da erzählen, macht keinen Sinn.“
Dem Serben wird vorgeworfen, 2009 zwei hochwertige Autos und einen Anhänger gemietet und nie zurückgegeben zu haben. Schaden: 111.500 Euro.

Dass er die Fahrzeuge angemietet hat, gibt Goran P. zu. Er habe sich damals in Deutschland eine Existenz als Chiropraktiker aufbauen wollen. Wozu man zu diesem Zweck einen Audi A8 im Wert von 64 000 Euro braucht, blieb offen. Den zweiten Wagen, einen Mercedes E-Klasse (40.000 Euro) hatte er für den Mann angemietet, der ihm seinerzeit das Deutschland-Visum verkauft hatte. „Das war ein Riesenfehler“, sagt Goran P. heute. Alexander B. habe dann auch einen Fahrer geschickt, der mit dem Miet-Mercedes an die serbisch-ungarische Grenze fuhr.

Ab da wird die Geschichte abenteuerlich. Goran P. gibt an, dass er nach seiner Ankunft eine Spritztour mit einem Motorrad gemacht habe. Er sei gestürzt und habe sich den Fuß und die Finger gebrochen. Er habe eine Woche im Krankenhaus verbracht. Alexander B. habe ihn gedrängt, eine Diebstahlanzeige für die Autos zu erstatten. Was er nicht tat. Wo die Fahrzeuge abgeblieben sind, wisse er nicht, sagt Goran P. Er selber wurde drei Jahre später gefasst.

Alle Ausflüchte nutzten ihm am Ende wenig. Das Urteil: Wegen Betruges in drei Fällen wird er 28 Monate absitzen müssen.

 

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