Provokanter Berlinale-Auftritt Gegen "Me Too": Schauspielerin Hanna Schygulla kritisiert die Kampagne

Dieser Auftritt kam wohl für viele Berlinale-Besucher überraschend. Ausgerechnet Hanna Schygulla, die selbst einmal Opfer von Machtmissbrauch wurde, stellte die "Me Too"-Kampagne öffentlich an den Pranger. Warum?

 

Es ist immer noch das Thema, das die Medienwelt zurzeit am meisten beschäftigt: #MeToo. Auch vor der aktuell stattfindenden Berlinale macht die Debatte um sexuelle Belästigung und Machtmissbrauch in der Filmbranche nicht Halt. Die deutsche Schauspielerin Hanna Schygulla (74, "Die Ehe der Maria Braun"), die bei den Berliner Filmfestspielen mit dem Streifen "The Prayer" ins Rennen geht, äußerte sich nun ebenfalls zu der Bewegung.

Sie selbst wurde einst Opfer von brancheninternem Machtmissbrauch, doch anstatt Verbundenheit mit anderen Betroffenen zu zeigen, wählte sie die Gegenseite. Wie bereits die französische Schauspielerin Catherine Deneuve (74) und Regisseur Michael Haneke (75), stellte auch Schygulla die #MeToo-Kampagne öffentlich in Frage. In ihrer gestrigen Rede hieß es: "Als ich anfing, Filme zu machen, schlug mich Fassbinder ins Gesicht und sagte, ich müsse es hinnehmen."

Gemeint ist der deutsche Regisseur Rainer Werner Fassbinder (1945-1982), mit dem die heute 74-Jährige unter anderem für den Klassiker "Effi Briest" zusammenarbeitete. "Ich weiß, dass es mittlerweile ein solches Tabu gibt, aber es gibt heutzutage auch ein Problem: Leute berühren einander weniger", wird die Schauspielerin, die die weltweite Kampagne damit an den Pranger stellte, unter anderem von dem US-amerikanischen Branchenblatt "Variety" zitiert.

 

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