Protest zu G7 Am Schlachthof: Tierschützer ketten sich an

Schwerer Fall: Polizisten werkeln am Donnerstagmorgen stundenlang an einer Blockade vor dem Schlachthof. Foto: Anja Perkuhn / Lokales

Die Polizei befreit die Aktivisten vorsichtig mit Sägen und Zangen – und schreibt Strafanzeigen.

 

Isarvorstadt – Eine Aufsehen erregende Aktion im Zusammenhang mit dem G7-Gipfel hat am Mittwoch am Schlachthof stattgefunden. „Antikapitalistische Tierbefreiungs-Aktivisten“ blockierten die Zufahrten zum Schlachthof. 100 Polizisten waren im Einsatz.

Die Aktion war offenbar gründlich vorbereitet, angekündigt war sie nicht. Gegen 6 Uhr riefen Mitarbeiter des Schlachthofs die Polizei um Hilfe. Vier Aktivisten hatten sich mitten in die Zufahrten gesetzt und sich in Betonfässern (220 Liter) aneinander gekettet. Andere Tierschützer hatten sich auf vier Meter hohe Metallgestelle– so genannte Tripods – in den Weg gesetzt oder sich den Viehtransportern mit nacktem Oberkörper in den Weg gestellt.

In der Zenettistraße und Thalkirchner Straße standen die Viehtransporter und Lastwagen bald im Stau. Und auch aus dem Schlachthof konnte niemand mehr heraus. Ein wütender Fahrer warf den Aktivisten einen halben Schweinekopf vor die Füße.

Auf die Frage, was die Aktion mit G7 zu tun hat, antwortete die Tierschützerin Hannah Engelmann der AZ: „G7 steht für Machtkonzentration. Teil dieser Struktur ist es, dass Tiere und Arbeiter ausgebeutet werden, um Profit zu erwirtschaften. Das ist eine besonders blutige Form des Kapitalismus.“

Die Polizei bot den Tierschützern einen anderen Platz zum Demonstrieren an, doch das wurde abgelehnt. Sie blieben bei ihrem passiven Widerstand. Bis die an den Betonfässern angeketteten jungen Frauen befreit werden konnten, vergingen Stunden. Zuerst wurden sie mitsamt Fässern, die ein Kran anheben musste, aus der Einfahrt gehoben, dann mit Sägen und Zangen von Polizisten und Feuerwehrmännern vorsichtig befreit.

Die Poliziei zeigte 45 Tierschützer – die übrigens laut Sprecherin alle Veganer sind – wegen Nötigung an, gegen 18 gab es außerdem Anzeigen wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Der Widerstand war aber passiv, die Aktion verlief friedlich.

 

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