Protest in der Ludwigsvorstadt Neue Gespräche - Flüchtlinge dürfen bis Samstag bleiben

Bislang haben die Flüchtlinge alle Angebote des DGB abgelehnt. Foto: Katharina Alt

Das Angebot, auf Gewerkschaftskosten ins Hotel zu ziehen, lehnen die Asylbewerber ab. Das DGB-Haus bleibt besetzt, die Gespräche gehen am Samstag weiter. Eine Lösung ist nicht in Sicht.

Ludwigsvorstadt - Das Gewerkschaftshaus in der Schwanthalerstraße bleibt offenbar auch am Wochenende besetzt.

Am Freitag lehnten die rund 60 Flüchtlinge, die den dortigen Partykeller des seit Dienstag nicht verlassen wollen, das Angebot von DGB-Chef Matthias Jena ab, auf Gewerkschaftskosten ins Hotel oder in die Zeltstadt des Kreisjugendrings zu ziehen.

Daraufhin machte der DGB ein neues Angebot: Zieht die Gruppe in die Zeltstadt, bekommt sie Redezeit beim Aktionstag „UmFAIRteilen“ am Samstag.

Bei Redaktionsschluss dauerten die Verhandlungen zwischen DGB und der Gruppe, die sich Non-Citizens (Nicht-Bürger) nennt, noch an - eine Lösung schien nicht in Sicht zu sein.

„Für die Nacht zu Samstag dürfen wir bleiben“, so Non-Citizens-Sprecher Hamed Rouhbakhsh. „Danach ist alles offen.“

DGB-Chef Jena hatte am Freitag Druck gemacht: „Wir haben von Anfang an gesagt, dass das Gewerkschaftshaus nur eine sehr kurzfristige Notlösung sein kann. Das gilt weiterhin.“

Die Unterbringung im Haus, einem reinen Bürogebäude, sei am Wochenende mit „enormen Belastungen“ verbunden - "organisatorisch, personell und finanziell".

Gegenüber der AZ erklärte ein Non-Citizen, die bisherigen Lösungsvorschläge seien aus Angst vor Polizeikontrollen abgelehnt worden. „Hier fühlen wir uns sicher, weil der DGB auf unserer Seite steht. Aber wer garantiert unsere Sicherheit im Hotel?“

Für beide Optionen hatte der DGB in Absprache mit Stadt und Polizei freies Geleit zugesichert.

Doch die Gruppe ist verunsichert: „Nach den Übergriffen auf unserem Protestmarsch haben wir Angst vor der Polizei.“

Am Samstag soll weiter verhandelt werden.