Projekt in München Am U-Bahnsteig: Neue, gelbe Rampen

So sehen die neuen Rampen am U-Bahnsteig aus. Foto: MVG

Die MVG testet in drei U-Bahnhöfen neue, leuchtende Rampen an den Bahnsteigen. Gestartet ist das Projekt am Scheidplatz. Noch handelt es sich um eine Testphase. Worum es geht.

 

Schwabing - In seiner Regierungserklärung forderte Ministerpräsident Horst Seehofer Barrierefreiheit für Bayern bis im Jahr 2023. Ob er da keine zu hohe Schwelle überschreiten will? Bisher hat sich im Freistaat in Sachen Barrierefreiheit noch nicht viel getan. Jetzt eilt die Münchner Verkehrsgesellschaft dem Landesvater zu Hilfe: In einem Pilotprojekt werden derzeit drei U-Bahnhöfe mit Rampen für Rollstuhlfahrer ausgestattet.

Auch Fahrgäste, die auf den Rollator oder eine Gehhilfe angewiesen sind, könnten profitieren. Je nach den Bedürfnissen der Fahrgäste soll bei den Rampen aber noch nachgebessert werden, sagt ein MVG-Sprecher. Am Scheidplatz ist der gelbe Streifen schon gelegt.

Insgesamt zwölf Rampen an drei U-Bahnhöfen sollen folgen. Die Höhenunterschiede im Münchner Untergrund sind erheblich. Am Scheidplatz beträgt die Differenz zwischen Zügen und Bahnsteig zum Beispiel bis zu 13 Zentimeter. Aus diesem Grund ist dieser Bahnhof jetzt einer der drei Testobjekte.

In den kommenden Tagen bringt die MVG auch am Hauptbahnhof und dem Sendlinger Tor am U-Bahnsteig probeweise gelbe Kunststofframpen auf Höhe der ersten Zugtür an: Jede Rampe besteht aus fünf Teilen, ist gut fünf Meter lang und 75 Zentimeter tief. „Der Test soll zeigen, ob sich die Rampen im Alltagsbetrieb bewähren“, sagt MVG-Chef Herbert König. Dabei würden ganz praktische Fragen wie die Haltbarkeit des Materials, die Rutschfähigkeit, aber auch die Reaktionen der Fahrgäste im Vordergrund stehen.

Die drei Test-Bahnhöfe stammen – wie etwa die Hälfte der Münchner U-Bahnhöfe – aus einer Zeit, in der die Stadt die Bahnsteige noch 100 Zentimeter über der Schienenoberkante realisierte. Später gebaute U-Bahnhöfe verfügen über fünf Zentimeter höhere Bahnsteige.

Der Pilotversuch mit den Rampen dauert ein Jahr. Mitarbeiter am Bahnsteig sollen dabei helfen, Reaktionen einzuholen.

 

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