Projekt der Bayerische Krebsgesellschaft Fünf Menschen, die Mut machen: "Wir haben den Krebs überlebt"

Sie haben den Krebs überlebt: Heidi Bschorr (großes Foto), Hans-Ulrich Schwenkbier, Irmgard Raffler, Kurt Wagenlehner, Wolfgang Schüppler (von o.l. n. u.r.) Foto: Screenshots Youtube, lma

Die Diagnose Krebs ist für Betroffene ein Schock. Die Bayerische Krebsgesellschaft startet nun ein Projekt, das vielen Mut machen soll.

 

München - Das ist noch nicht das Ende", sagt Heidi Bschorr in die Kamera. In einem Youtube-Video erzählt die 61-Jährige, wie sie vor vier Jahren die Diagnose Bindehautmelanom bekam: schwarzer Hautkrebs im Auge.

Es folgen zwölf Operationen und vor zwei Jahren die schockierende Nachricht: Das linke Auge muss entfernt werden. "Ich spring’ vom Dach", habe sie sich gedacht, erzählt die Krebspatientin.

Projekt der Bayerischen Krebsgesellschaft

In den Räumen der Bayerischen Krebsgesellschaft in München trägt Bschorr eine in Erdtönen gemusterte Bluse – und eine farblich perfekt abgestimmte Augenklappe mit Strass. Es ist eine von 30, die die Erzieherin selbst gestaltet hat und die sie immer auf ihre Outfits abstimmt. Und es ist ihr kreativer Weg, mit ihrem Handicap umzugehen.

Bschorr ist eine von mehreren Protagonisten und Protagonistinnen eines neuen Projekts der Bayerischen Krebsgesellschaft: "Überleben mit Krebs" heißt es, ersonnen von der Geschäftsführerin Gabriele Brückner. In Youtube-Videos berichten Krebs-Überlebende und deren Angehörige über ihr Leben mit der Krankheit.

Diagnose Krebs? Finger weg von Doktor Google!

Die Betroffenen erzählen ihre persönliche Geschichte, geben aber auch Tipps für den Umgang mit der Diagnose und erzählen von ihren Strategien, um mit schwierigen Situationen umzugehen. Der wichtigste Ratschlag: Offen mit der Krankheit umgehen! Und: Finger weg von Doktor Google!

Das weiß auch Hans-Ulrich Schwenkbier. Der 79-Jährige mit den blauen Augen, aus denen der Schalk blitzt, erhielt vor 17 Jahren die Diagnose Prostatakrebs. Er rät davon ab, sich in Internetforen zu informieren, sondern auf seriöse Quellen zu setzen. Das sind zum Beispiel die Internetseiten der Bayerischen Krebsgesellschaft, der Weißen Liste oder der Bertelsmann Stiftung.

Schwenkbier hat in Bamberg auch eine Selbsthilfegruppe Prostatakrebs gegründet. Der AZ sagt er, dass Männer eher dazu neigten, den neuesten Stand der Forschung herauszufinden, Frauen eher auf die emotionale Bewältigung setzten. Sein Appell: "Männer sollten vor allem innerhalb der Familie darüber sprechen. Das ist oft ein völliges Tabu."

Krebs muss kein Todesurteil sein

Die Videos zeigen unterschiedlichste Bewältigungsstrategien: Irmgard Raffler etwa, die an Brustkrebs litt, half es sehr, dass sie im Chaos der Gefühle zuerst ihren Wiedereinstieg in die Arbeit organisieren konnte und ihr Chef sie dabei sehr unterstützte. Wolfgang Schüppler musste nach einer Krebsdiagnose 2011 der Magen entfernt werden. Gemeinsam mit seiner Frau, die als Clown auftritt, tourte er durch Altenheime und konnte sich so von den eigenen Einschränkungen ablenken. Und auch Kurt Wagenlehner, der nach Blasenkrebs mit einer sogenannten Neoblase lebt, hat sich sein Leben mit Reisen, Schwimmen und Bergwandern zurückerkämpft, indem er neben der Therapie unter anderem in einer Selbsthilfegruppe Anschluss fand. Trotz aller Positivität hat auch Heidi Bschorr immer noch Angst, dass der Krebs zurückkehrt. "Es ist und bleibt eine furchtbare Diagnose", sagt sie der AZ. Doch inzwischen weiß sie: Es muss kein Todesurteil sein. Das ist die Botschaft, die die Projektteilnehmer senden wollen.


Die Videos finden Sie unter www.youtube.com auf dem Kanal Bayerische Krebsgesellschaft

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